Beckum stimmt gegen sportlichen Großkreis

Münster - Die Vereine des Fußballkreises Münster/Warendorf verweigerten sich der vom FLVW angedachten Kreisstrukturreform während ihres Kreistages (wir berichteten). Der Fußballkreis (4), Beckum, tat es den Nachbarn gleich, allerdings mit einer gänzlich anderen Stoßrichtung: Die Beckumer Vereinsvertreter votierten gegen den Verbands-Plan, im Zuge der anstehenden Reform die Fußball-Kreise Münster/Warendorf und Beckum zu einem Großkreis zusammenzufassen. Stattdessen sprachen sich die Clubs für einen künftigen sportlichen Kreis aus, der dem politischen Kreis Warendorf entspricht.

Norbert Reisener, Kreisvorsitzender im Kreis 24 (MS/WAF) verwies als Reaktion darauf, dass zurzeit ein Antrag vom Kreis-Justiziar Manfred Mönig an den Verband erstellt werde. Wessen Inhalts, wollte Reisener erst nach Eingang beim FLVW öffentlich kundtun. Ungeachtet dessen sagte Reisener gestern, dass es „im Grunde genommen egal ist, wie die sich entscheiden.“ Er erwarte das richtungweisende Ergebnis beim außerordentlichen Verbandstag im Mai.


Derweil sich Reisener mit seiner Einschätzung über das Beckumer Votum also ein wenig zurückhielt, lehnte sich Gundolf Walaschewski, Sprecher der vom FLVW gegründeten „Task Force“, weiter aus dem Fenster: „Das ist eine klare Positionsbestimmung der Beckumer. Nun müssen wir überlegen, was zu tun ist.“ Konkreter: „Wenn es dazu kommen sollte, dass Beckum und Warendorf einen Fußballkreis bilden und Münster die Verweigerungshaltung aufrecht- erhält, kann es sein, dass Münster als kreisfreie Stadt allein gehen müsste.“

Die Task-Force weiterhin das Gespräch mit den Vereinen suchen. „Wir laufen ja nicht gerne vor die Wand, also nehmen wir unsere Vereine sehr ernst“, sagte Walaschewski. „Kompromisse werden beiden Parteien weh tun, sonst wären es ja keine Kompromisse“, betonte der FLVW-Sprecher.

Es gebe aber aus Verbands-Interesse heraus auch positive Ansätze, die Kreisstruktur aus Kosten- und Gründen der demografischen Entwicklung zu reformieren: Coesfeld/Ahaus, so Walaschweski werde mit dem Kreis Borken (bislang Recklinghausen zugehörig, Anm. d. Red.) zusammengehen. Walaschewski: „Wir sind auf gutem Weg, die Reform hinzubekommen

VON JÜRGEN BECKGERD, MÜNSTER


23 · 01 · 12





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