Ostbevern - Das Kommando ist kurz und knapp. 38 Männer, Frauen, Kinder und Senioren in ihren weißen Anzügen verteilen sich in der Halle, nehmen in zwei Reihen Aufstellung. Es ist der Beginn einer Vorführung der Kampfsportart Tae Kwon-Do, zu der die Schule von Großmeister (9. Dan) Song Chan-Ho eingeladen hatte. Die Sporthalle der Ambrosius-Grundschule ist mit Interessierten aus der Bevergemeinde und Nachbarorten ordentlich gefüllt.
„Wir haben hier Schüler aller Gurt- und Altersklassen vertreten und wollen damit zeigen, dass man diese Sportart vom Kindes- bis ins hohe Alter in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden betreiben kann“, sagte Hubertus Gnegel aus Münster (7. Dan), der als Moderator durch die Veranstaltung führte. Gnegel ist ein Fachmann, der im Alter von 16 Jahren zum Tae Kwon-Do kam und ihm auch heute als 48-Jähriger treu ist. Tae Kwon-Do bedeute Hand (Tae)- und Fuß (Kwon)-Technik sowie Do (Kunst, Weg), mithin eine aus Korea stammende Kampfkunst, in der die Fußtechnik dominiert.
Dass Tae Kwon-Do mehr ist als lediglich Kampf, das heben Hubertus Gnegel und Song Chan-Ho (der Vorname wird in Korea dem Nachnamen nachgestellt) hervor. Gymnastik, Dehnübungen, Ausdauertraining, Kraftkomponenten und natürlich Kampfschulung mit und ohne Gegner beinhalten die Übungseinheiten, ganz nach Alter und Können der Teilnehmer ausgerichtet, erklärt Gnegel. „Dem Tae Kwon-Do ist wie allen Kampfsportarten gemein, dass es eine gute und gesundheitsfördernde Alternative zu den in Deutschland gängigen Sportarten ist“, hebt der Trainer aus Münster hervor. Immer mehr junge Menschen schon im Alter ab acht Jahren fänden zu diesem Sport, erklärte Gnegel. Doch auch ein Einstieg im „älteren Semester“ mache Sinn. „Dann steht allerdings mehr der gesundheitliche Aspekt als der Kampf im Vordergrund.“
Um den Ostbevernern einen Vorgeschmack auf die asiatische Kampfkunst zu geben, führten die 38 Schüler von Weiß- bis Schwarzgurt verschiedener Alters- und Leistungsklassen unter der Leitung von Song Chan-Ho ihre Übungen vor. Neben Gruppenvorführungen gab es Kämpfe und sogenannte Bruchtests, bei denen Bretter zertreten oder zerschlagen wurden. Vitali Hacksteter, einer der Song-Schüler, der 2007 bei den Weltmeisterschaften in Birmingham den zweiten Platz holte, zeigte den Besuchern Tae Kwon-Do auf höchstem sportlichen Niveau. Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Präsentation einer völlig neuen Kampfsportart, einer Mischung aus klassischem Yoga und Elementen aus Tae Kwon-Do und Karate, die sich gerade entwickelt.
Wenn es nach den Organisatoren der Vorführung geht, soll das Sport- und Fitnessangebot in Ostbevern bald um die Sportart Tae Kwon-Do der Schule Song ergänzt werden. Großmeister Song Chan-Ho will zusätzlich zu seinen „Filialen“ in Emsdetten, Münster und Warendorf, an der über 300 Schüler in der Kampfsportart unterrichtet werden, eine vierte in der Bevergemeinde, dem Wohnort des ranghöchsten Trainers Deutschlands, eröffnen. Ob das gelingt, ist offen. Sobald sich etwa 20 Interessenten angemeldet haben, wird der erste Kurs beginnen. Die Räumlichkeiten werden dann vom Fitnesscenter Feelfit gestellt.
Informationen gibt es im Internet unter
www.taekwondo-song.de und bei Familie Song, ' 956 91 69.