Im Wortlaut

Die Resolution der Vereine im FLVW-Kreis Beckum

Ahlen - Die Resolution der Vereine im FLVW-Kreis 4 Beckum im Wortlaut:

„Die Fußball- und die Leichtathletik-Vereine des FLVW-Kreises 4 - Beckum - haben mit Verwunderung und Erstaunen davon Kenntnis genommen, dass auf der Sitzung der Ständigen Konferenz des FLVW am 17.12.2011 FLVW-Präsident Korfmacher von einem Fortbestand eines Kreises Münster/Warendorf ausging und auch in einem Beitrag im „Westfalensport“ - Ausgabe Dezember 2011 - von Überlegungen zur Bildung eines Doppelkreises Münster/Warendorf im Zuge der Kreisstrukturreform berichtet wurde.


Eine Fusion von zwei der entstehenden 26 neuen Sportkreise mag für die Kreise Hamm und Unna, wo ein Zusammengehen unumstritten scheint, sinnvoll sein - nicht aber für die „neuen“ Kreise Münster und Warendorf.

Die dem FLVW angehörenden Vereine des bisherigen Kreises Beckum sind mit einer Fusion der neuen Kreise Warendorf und Münster nicht einverstanden und haben auf ihrem außerordentlichen Kreistag am 20.1.2012 einstimmig folgende Erklärung an das Präsidium und an die Ständige Konferenz des FLVW formuliert:

Wir, die Fußball- und Leichtathletikvereine des Sportkreises Beckum befürworten und unterstützen - nach anfänglichen Bedenken - den Ansatz der Kreis-Strukturreform mit dem Grundsatz „Sportkreise ab 2016 gleich politische Kreise“. Anders als viele bisherige FLVW-Kreise tragen wir dieses Konzept vorbehaltlos mit, obwohl dadurch unser Kreis de facto aufgelöst wird

1. Wir akzeptieren, dass wir zum größten Teil einen neuen Kreis Warendorf bilden werden und sind bereit, in den kommenden Jahren den Aufbau dieses neuen Sportkreises aktiv voranzutreiben, damit ab 2016 ein geordneter Sportbetrieb problemlos anlaufen kann.

2. Keinerlei Verständnis haben wir allerdings für Bestrebungen, den neuen Sportkreis Warendorf von vornherein mit dem dann ebenfalls entstehenden neuen Sportkreis Münster zu einem Großkreis Münster/Warendorf zu vereinigen. Dies erscheint uns aus juristischen, politischen und sportlichen Gründen, die unten ausführlich erläutert werden, auch gar nicht möglich.

3. Wir, die Fußball- und Leichtathletik-Vereine des Kreises Beckum, fordern einstimmig Task Force, Präsidium und Ständige Konferenz des FLVW zu folgendem Vorgehen auf:

4.1. Im Grundsatz-Antrag zum außerordentlichen Verbandstag am 23. Mai 2012 wird, wie es die zuständige Kommission und die Ständige Konferenz immer vorgeschlagen haben, davon ausgegangen, dass Sportkreise analog zu den politischen Kreisen gebildet werden - also auch ein (Stadt)kreis Münster und ein (Land)kreis Warendorf.4.2. Sollten im Zuge der Umsetzung dieses Beschlusses Bestrebungen aufkommen, die „neuen“ Kreise Warendorf und Münster zu einem Großkreis zusammenzulegen, muss die Task Force die Meinung der betroffenen Vereine berücksichtigen. Dies kann nur durch die Einberufung von getrennten Versammlungen der Mitgliedsvereine der „neuen“ Kreise erfolgen, auf denen über eine Fusion diskutiert und abgestimmt wird. Ist eine der beiden Versammlungen mehrheitlich gegen eine Fusion, wird dieser neue Kreis ab 2016 allein selbstständig. Es ist dann auch unerheblich, wenn der andere „neue“ Kreis einen Antrag auf Fusion beschließt. Eine gemeinsame Versammlung aller Vereine aus beiden „neuen“ Kreisen zum Thema Fusion ist unzulässig.

4.3. Die Entscheidung, welche der „neuen“ Kreise sich zu einem Großkreis zusammen­schließen, muss unverzüglich im Anschluss an den außerordentlichen Verbandstag fallen, also noch im Jahr 2012. Nur so ist gewährleistet, dass die Vereine und die „alten“ Kreise einen reibungslosen Übergang bis 2016 schaffen.

Zu 3.: Gründe, warum die Vereine des FLVW-Kreises Beckum den Bestrebungen widersprechen, einen neuen Großkreis aus den Kreisen Warendorf und Münster zu schaffen:

1. Alle bisherigen Aussagen und Veröffentlichungen des FLVW und seiner zuständigen Kommission gingen von der Vorgabe „Sportkreise zukünftig gleich politische Kreise“ aus. Die zukünftigen Sportkreise Münster und Warendorf wurden immer (in alphabetischen Auflistungen weit auseinander) getrennt aufgelistet. Es kommt einer „Überrumpelung“ gleich, wenn jetzt plötzlich und ohne Abstimmung von einem zukünftigen Kreis Münster-Warendorf die Rede ist. Es müsste geklärt werden, ob und warum man vom bisherigen Konsens abgeht.

2. Bislang war allen Aussagen und Veröffentlichungen des FLVW zur Kreisstrukturreform zu entnehmen, dass die betroffenen Vereine beteiligt, ihre Bedenken gehört und berücksichtigt werden sollen. Eine Zusammenlegung zweier „neuer“ Kreise gegen den Willen eines Großteils der betroffenen Vereine widerspricht diesem Prinzip und führt zu einem großen Vertrauensbruch durch Missachtung der gemachten Versprechungen.

3. Die „neuen“ Kreise Warendorf und Münster wären nach Zahl der Mannschaften und Mitglieder etwa gleich groß und entsprächen dem Durchschnitt der anderen „neuen“ FLVW-Kreise. Warum sollte es einen Großkreis von doppelter Größe geben? Dies wäre ein Affront gegenüber den anderen FLVW-Kreisen und würde zu Ungleichgewichten innerhalb des Gefüges des FLVW führen.

4. Ein neuer Großkreis aus den Kreisen Warendorf und Münster könnte wegen seiner Größe nur noch hauptamtlich geführt und gemanagt werden. Dies ist aktuell aus finanziellen, organisatorischen und sportlichen Gründen unrealistisch. Bei einer Entscheidung zugunsten eines Großkreises Münster/Warendorf müsste das darüber entscheidende Gremium auch Wege zur Finanzierung und Organisation machen.

5. Da eine hauptamtliche Führung auf absehbare Zeit nicht möglich ist, müsste ein Großkreis Münster/Warendorf ehrenamtlich geleitet werden. Dies setzt einen enormen Zeitaufwand für alle KV- und Ausschuss-Mitglieder voraus. Es ist unwahrscheinlich, dass man genügend Mitarbeiter findet, die so etwas leisten wollen (Zeitlich können das nur Rentner - und eine Überalterung der Gremien möchte der FLVW nicht). Bei zwei Kreisen von „normaler“ Größe wäre dieses Problem einfacher zu lösen.

6. In einem zu großen Kreis können der Sportbetrieb und die Sportgerichtsbarkeit nur in regionalen Gliederungen organisiert werden. Eine Aufteilung auf parallele Organisationen wäre aber im Grunde nichts anderes als das, was man auch in zwei getrennten Kreisen hat. Es ist daher nicht sinnvoll, einen Großkreis zu bilden, in dem man dann doch in einigen Aufgabenbereichen eine Teilung durchführen muss.

7. Für die Vereine führt die Bildung eines Großkreises Münster plus Warendorf zu längeren Anreisewegen als in den anderen neuen FLVW-Kreisen. So würde die Anreise im neuen Großkreis bis zu 75 km und 1,5 Stunden betragen, was insbesondere den jungen Sportlern auf Kreisebene nicht zuzumuten ist. Auch würde die Anreise von Fans und anderen Begleitern in einem so großen Kreis zum Großteil unterbunden.“



23 · 01 · 12



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