Erneute Differenzen zwischen Ahlen und Hamm

Das eigene Süppchen


Werben für die Kooperation mit Hamm, können sich das HLZ notfalls aber auch ohne den ASV vorstellen: Volker Michalczik (links) und Michael Pokorny. Foto:
Werben für die Kooperation mit Hamm, können sich das HLZ notfalls aber auch ohne den ASV vorstellen: Volker Michalczik (links) und Michael Pokorny. Foto:
(Cedric Gebhardt)


Ahlen/Hamm - Da sitzen sie nun und wissen selbst nicht so recht, was sie eigentlich bekannt geben wollen. Nach den Spekulationen der letzten Wochen treten am Freitag HLZ-Vorstand und ASG-Handballabteilungsleitung vor die Presse, um ein klares Bekenntnis zur Jugendspielgemeinschaft Handball-Leistungszentrum Ahlen-Hamm abzugeben.

Allein, es gibt kein klares Bekenntnis. Zwar versichert Ronald Zent: „Von unserer Seite aus ist keine Trennung gewollt. Wir sind auch weiter für eine Zusammenarbeit mit Hamm offen.“ Doch uneingeschränkte Überzeugung strahlen die Ahlener Verantwortlichen nicht aus. Mitte Januar hatten beide Seiten bereits den Umfang und die Art der weiteren Zusammenarbeit erörtert.


„Deshalb waren wir umso überraschter über die jüngsten Gerüchte, die das gemeinsam Festgelegte konterkarierten“, gesteht Vorsitzender Michael Pokorny. Er warb nachdrücklich für eine künftige Kooperation mit dem ASV: „Es hat doch gar keinen Sinn die Jugendteams in zwei Lager zu zerreißen. Dann spielen beide wieder Mittelmaß, das wäre der Super-Gau.“ Auch aus Sicht von Jugendleiter Volker Michalczik sei es fatal, „die Erfolge der vergangenen zwei Jahre nun leichtfertig aufs Spiel zu setzen“, indem beide Vereine wieder ihr eigenes Ding drehten.

„Nur weil die Kooperation im Seniorenbereich gegen die Wand gefahren ist, muss man den Jugendbereich doch nicht auch über die Wupper schicken“, befindet André Deppe. Für ihn seien „zwei Hochleistungsbetriebe in einem Umkreis von 15 Kilometern“ überflüssig. Auch Volker Michalczik sieht in einem möglichen Entstehen eines starken ASV-Nachwuchsbereichs „unnötige Konkurrenz, schließlich bilden wir für die Region aus und nicht für einzelne Städte“.

Allerdings befassen sich die Ahlener Entscheidungsträger durchaus mit der Möglichkeit einer Trennung. „Die Gedanken sind frei. Notfalls suchen wir uns eben einen anderen Partner als den ASV“, sagt Michael Pokorny. Die Formel „HLZ“ sei inzwischen zu einer Marke geworden, die überregional deutlich an Bedeutung gewonnen habe. Daher ließen sich aus seiner Sicht auch ohne Hamm Talente nach Ahlen locken. Zudem beklagen die Ahlener, dass der ASV gezielt an gewisse HLZ-Jugendspieler herantrete, um diese zu einem Vereinswechsel zu bewegen.

Torsten Friedrich wiederum beteuert: „Es gibt keine Abwerbeversuche des ASV.“ Dies bestätigt auch Kay Rothenpieler. Er moniert überdies: „Eine leistungsorientierte Jugendförderung sieht für mich anders aus. Aktuell existiert eine mehr oder weniger gute Breitensportförderung. Es fehlt an Strukturen und Konzepten. Außerdem hapert es an der internen Kommunikation. So wie es gegenwärtig läuft, stellen wir uns die Kooperation jedenfalls nicht vor.“

Eine Jugendspielgemeinschaft Ahlen-Hamm betrachte er nach wie vor als sinnvoll - „nur muss sie auch dementsprechend gelebt werden. Momentan kocht jeder sein eigenes Süppchen“, kritisiert Ro-thenpieler. Das laufe dem eigentlichen Grundgedanken zuwider. Dass die Kooperation angesichts erheblicher inhaltlicher wie persönlicher interner Differenzen somit nur noch ein Papiertiger ist, stellt Torsten Friedrich nicht mal mehr in Frage. „Das ist definitiv so“, sagt „Fichte“. Und so dürften die Verantwortlichen allen Bekenntnissen zur Dialogbereitschaft zum Trotz bei der nächsten „PK“ genau wissen, was sie verkünden: Das Ende der JSG HLZ Ahlen-Hamm.

VON CEDRIC GEBHARDT, AHLEN


03 · 02 · 12



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