Rheine. Sieben Monate früher, und man könnte es für einen Aprilscherz halten: Der FC Eintracht Rheine spielt gegen den Abstieg. Punktgleich mit dem TuS Hiltrup blickt die Mannschaft von Klaus Bienemann auf den 17. Spieltag, an dem Dorsten-Hardt als Vorletzter am Sonntag in die Obi-Arena kommt (Anstoß 14.30 Uhr).
Wenn die Hiltruper in Stadtlohn höher punkten als der FCE, würde die Eintracht auf einen Abstiegsrang rutschen. Schwere Zeiten für den Rheiner Fußball, auch wenn Bienemann das Wort „Kellerduell“ nur ungern in den Mund nimmt: „Ach, das kann man nennen, wie man will. Tatsache ist, dass unsere Situation völlig unbefriedigend ist und wir wieder anfangen müssen, den Weg nach oben zu beschreiten.“
Unermüdlich stemmt sich der Trainer gegen die Krise, auch wenn es manchmal wie der Kampf von Don Quijote gegen die Windmühlen wirkt. Die jüngste Bilanz liest sich niederschmetternd: Auf das müde Heim-Unentschieden gegen Hövelhof folgten zwei Niederlagen in Stadtlohn und Vreden, nur unterbrochen vom Pokalsieg über Mengede. „Klar, natürlich freut man sich über das Weiterkommen im Pokal. Aber darauf kann ich nicht gucken, wenn ich die unangenehme Situation in der Meisterschaft vor Augen habe. Wir müssen jetzt sehen, dass wir aus den Spielen bis Weihnachten noch einige Punkte holen“, stellt Bienemann die Prioriäten klar.
Die Personalsituation bleibt prekär: David Ruwe zog sich in Vreden eine Schädelprellung zu, konnte aber ebenso wieder trainieren wie Philipp Brüggemeyer, der sich am vergangenen Sonntag einen Nerv im Fuß eingeklemmt hatte. Julian Knocke unternahm einen Comeback-Versuch im Training, musste diesen aber wegen erneuter Muskelbeschwerden abbrechen. Für Sonntag besteht kaum Hoffnung. Etwas besser sieht es im Fall von Alessio Wilms Dell´Unto aus. Die Knie-Untersuchung am Montag ließ keinen Schluss auf Schäden am Bandapparat zu. Der vielseitig verwendbare Verteidiger konnte während der Woche schon wieder leicht laufen. „Wenn er fit ist, spielt er“, legt sich Bienemann fest, der trotz hoher Fehlerquote nach wie vor schützend die Hand über sein Team hält: „Es macht überhaupt keinen Sinn, auf junge Spieler einzuhauen. Gefragt sind die Erfahrenen, die schon einige Spiele auf dem Buckel haben.“ Vielleicht klappt es ja gegen den SV Dorsten-Hardt. Die Gäste verloren am vergangenen Sonntag mit 1:3 gegen Stadtlohn.

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