Eine Bereicherung für die Liga


Jochen Reidegeld
Jochen Reidegeld


Wenige Nachrichten haben vor dem Start der Fußball-Bundesligasaison für so viel Aufsehen gesorgt wie die Meldung vom Wechsel Christoph Metzelders von Real Madrid zu Schalke 04. Viele Fans von Borussia Dortmund empfinden den Transfer als „Verrat“ des ehemaligen BVB-Spielers. Nicht so Jochen Reidegeld: Der ehemalige Sendener Fußballkaplan, der bis 2009 die C-Jugend des VfL betreute, ist ebenfalls leidenschaftlicher Borussen-Fan. Andererseits ist der Geistliche, der heute im Generalvikariat in Münster arbeitet, mit Metzelder befreundet und sieht dessen Engagement auf Schalke nicht nur mit einem weinenden Auge.

Wie haben Sie von dem Wechsel von Christoph Metzelder zum „Erzfeind“ Schalke erfahren?


Reidegeld: Er hat es mir selbst gesagt. Christoph und ich sprechen regelmäßig miteinander.

Was war Ihre erste Reaktion?

Reidegeld: Als „Dortmunder“ hat mir natürlich das Herz geblutet. Als Freund hat es mich für ihn gefreut, weil er durch den Wechsel zu Schalke die Chance erhalten hat, wieder Champions League zu spielen. Wahre Fans begeistern sich für ihre Mannschaft, in erster Linie aber für guten Fußball. Und Christophs Rückkehr ist eine Bereicherung für die Bundesliga.

Wie beurteilen Sie seine ersten Spiele in Gelsenkirchen, die ja eher durchwachsen waren?

Reidegeld: Ich hätte mir natürlich einen anderen Saisonstart für ihn gewünscht. Ich bin aber auch der Meinung, dass seine Leistung falsch beurteilt wird - vor allem, weil ihm Fehler angekreidet werden, die die gesamte Abwehr von Schalke zu verantworten hat. Zum anderen muss man auch sehen, dass Christoph in Madrid zuletzt keine Spielpraxis hatte. Und jeder, der von Fußball etwas versteht, weiß, dass man die braucht, um eine gute Leistung bringen zu können.

Wird Christoph Metzelder auf Schalke noch Fuß fassen?

Reidegeld: Da bin ich ganz sicher. Wenn ihm die Leute eine ehrliche Chance geben, wird er es auch schaffen. -chrb-



09 · 09 · 10





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