Ketten machen Hasard das Leben schwer

Der Abschied von ihrem Hasard fällt ihnen schon heute schwer:Ricarda Luckmann-Weich und Alfred Laumann.
Der Abschied von ihrem Hasard fällt ihnen schon heute schwer:Ricarda Luckmann-Weich und Alfred Laumann.
(Matthias Ahlke)


Münster - Der Vater hätte es gerne gesehen, wenn Alfred Laumann Postbote geworden wäre. Wurde er aber nicht, dafür betreibt er seit knapp vier Jahrzehnten gemeinsam mit Ricarda Luckmann-Weich das Geschäft Hasard an der Ludgeristraße. Ende Februar ist Schluss, dann geben die beiden Kaufleute ihr Geschäft auf, das inzwischen zu einer Institution geworden ist (WN, 11.12.).

Der Wettbewerb im Einzelhandel werde immer extremer, sagt die 55-jährige Kauffrau. Häuser wie H&M oder Zara sowie immer neue Ketten, die sich in der Nachbarschaft ansiedelten, ließen ihnen keine Chance. „Viel Individualität geht verloren“, kritisiert Laumann. „Die Ketten können die Miete bezahlen“, sagt Ricarda Luckmann-Weich.


Sie ist seit 1975 bei Hasard mit von der Partie. Sie studierte auf Lehramt, war später als Fremdsprachenkorrespondentin bei einer Modefirma in Paris beschäftigt und fand es spannender, mit Mode zu arbeiten.

In Münster traf sie zufällig auf Alfred Laumann. Der junge Borghorster trampte damals durch die Welt. Er sah Indien, Nepal und lebte fünf Jahre in Asien. Aus der Türkei brachte er Kleidung mit, die er umgehend in Münster verkaufte. Die Geschäftsidee wurde geboren. Laumann, der selbst sagt, dass er von Mode damals keine Ahnung hatte, mietete auf der Königsstraße für 200 D-Mark-monatlich ein Ladenlokal an.

Knapp 30 Jahre der Hasard-Erfolgsgeschichte erleben auch die beiden Mitarbeiterinnen, Medi Bestvater und Cornelia Weitkamp, mit. Für beide hofft Ricarda Luckmann-Weich, dass sie einen neuen Job finden werden.

VON GABRIELE HILLMOTH

12 · 12 · 08



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