Mit Courage gegen Diskriminierung


Preußen-Spieler Babacar N´Diaye war bei den Autogrammjägern des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums gestern gefragt. Der Senegalese ist Pate beim Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“.Foto:
Preußen-Spieler Babacar N´Diaye war bei den Autogrammjägern des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums gestern gefragt. Der Senegalese ist Pate beim Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“.Foto:
(uwa)


Münster-Gievenbeck - Babacar N´Diayes Autogramme gingen während des Torwandschießens auf dem Schulhof weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Die Schülervertretung hatte den senegalesischen Fußballspieler des SC Preußen Münster als Paten und damit wichtigen Baustein für ihre Bewerbung um das Gütezeichen „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ gewinnen können. Der Schwarzafrikaner erwies sich außerdem als idealer Gast, um in Verbindung mit dem ersten Holocaust-Gedenktag des Gymnasiums seine Erfahrungen im Umgang mit Rassismus und Ausgrenzung zu schildern.

„Ich bin, als ich noch bei St. Pauli spielte, wegen meiner Hautfarbe beleidigt worden“, schilderte N´Diaye. Einige könnten so etwas nicht lassen, es gebe aber auch Menschen, die, darauf angesprochen, sich anschließend für ihre Äußerungen bei ihm entschuldigt hätten.


Die von Tom Lucas, Sharo Kazemlo und Franziska Bölling geleitete und von Nils Hohenhövel und Maren Meier mitvorbereitete Begegnung der Schüler mit N´Diaye war zugleich die erste Aktion der gestern besiegelten Patenschaft zwischen dem SCP und der Schule. „Wir haben uns klar gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt positioniert“, betonte Preußen-Geschäftsführer Carsten Gockel. SCP-Sicherheitsbeauftragter Roland Böckmann klärte die Schüler darüber auf, dass sich Menschen mit rechtem Gedankengut zum Beispiel daran erkennen ließen, dass sie Kleidung von „Lonsdale“ oder „Consdaple“ wissentlich so trügen, dass nur die Buchstaben mit nationalsozialistischem Hintergrund zu sehen sein. Solchen Personen verweigere der SCP den Zutritt zum Stadion ebenso wie Trägern der Marke „Thor Steinar“.

Die Erinnerung wachzuhalten und zu erkennen, dass Diskriminierung und Rassismus nach wie vor aktuell sind, war auch Ziel des Geschichtsprojekts von Sabrina Hamidi. Fast jeder Sechstklässler wusste zu berichten, schon einmal gemobbt worden zu sein. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit der Geschichte des kleinen Thommy, der als Einjähriger mit seinen Eltern in das Ghetto Theresienstadt ziehen musste. Die Kinder malten sich aus, was sie mitgenommen hätten, was Thommy gefühlt haben könnte. „Wie können Menschen anderen Menschen so etwas antun?“, fragte ein Mädchen betroffen.

Einen weiteren Baustein zu dem Tag, mit dem seit 1996 der Befreiung des Konzentrationslagers Birkenau am 27. Januar 1945 gedacht wird, lieferte die achte Klasse. Sie besuchte einen Workshop im Geschichtsort Villa ten Hompel zur demokratischen Grundordnung.



28 · 01 · 12





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