Kreisel-Kunst nimmt Fahrt auf


Diese Fotomontage zeigt, wie die Figuren auf dem Kreisel Horstmarer Landweg/Austermannstraße aussehen und platziert werden könnten. Die Skulpturen sollen zwischen einem und 1,80 Meter groß werden.
Diese Fotomontage zeigt, wie die Figuren auf dem Kreisel Horstmarer Landweg/Austermannstraße aussehen und platziert werden könnten. Die Skulpturen sollen zwischen einem und 1,80 Meter groß werden.


Münster-Gievenbeck - Die Kreisel-Kunst nimmt Fahrt auf: Die Eheleute Christine und Dr. Guido Böse planen, für die Kreisel in den Straßen Gievenbecker Weg / Mendel­straße beziehungsweise Horstmarer Landweg / Austermannstraße jeweils fünf Figuren aufzustellen. Über einen entsprechenden Beschlussvorschlag entscheiden die Mitglieder der Bezirksvertretung Münster-West in ihrer nächsten Sitzung. Sie findet am Donnerstag (9. September) ab 16.30 Uhr in der Augustin-Wibbelt-Schule in Roxel statt.

„Wir wollen etwas für die Stadt tun“, sagen Christine und Guido Böse, die in Appelhülsen wohnen. Guido Böse ist Geschäftsführer der Firma Nanospot am Johann-Krane-Weg im Technologiepark. Auf dem Weg zu seiner Firma fährt Guido Böse jeden Morgen über die Austermannstraße. Und als er gelesen hat, wie problematisch es ist, ein Kunstwerk für den Kreisel an der Von-Esmarch-Straße zu finden, sei ihm die Idee gekommen, die beiden Kreisel mit Kunstobjekten attraktiver zu gestalten.


Dafür hatte er mit seiner Frau Christine Böse die ideale Ideengeberin an seiner Seite. Schließlich studiert die dreifache Mutter und gelernte Goldschmiedin Kunst an der Technischen Universität Dortmund. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich Plastik und interdisziplinäres Arbeiten. Und damit war sie schon recht erfolgreich. So gehörte Christine Böse in diesem Jahr zu den sechs Preisträgern des Wettbewerbs „Kunst am Westfalen-Tower“ in Dortmund. Seitdem ist von ihr im dortigen Skulpturenpark ein Objekt zu sehen. 2009 wurde sie mit dem Kunstpreis der Uni Dortmund ausgezeichnet.

Doch zurück nach Gievenbeck. „Kreisverkehre“, sagt Christine Böse, „sind etwas ganz Besonderes.“ Wie in keiner anderen Situation im öffentlichen Raum „wird im Kreisverkehr eine Richtungsauswahl geboten“. Böse: „Man muss sich entscheiden.“ Und genau das symbolisierten die Figuren, so die 41-Jährige weiter, die ihrem Projekt den Namen „Kompass“ gegeben hat.

Die Ausgangsbasis der Figuren, die zwischen 1 und 1,80 Meter groß sind, sind Schattenrisse. Die Konturen werden etwa fünf Zentimeter breit sein und aus einem drei Zentimeter dicken Stahlblech herausgeschnitten. Um Korrosion zu vermeiden, erhalten die Skulpturen anschließend eine Pulverlackierung. Die einzelnen Figuren werden mit Bodenankern auf Betonfundamente verschraubt.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 38 000 Euro. Durch Abzug von Sponsorengeldern, dem Verzicht auf ein Honorar und Preisnachlässen bei Firmen verbleiben noch etwa 22 500 Euro.

Der Ältestenrat der Bezirksvertretung Münster-West hat das Projekt „grundsätzlich befürwortet“, sagt Alois Weihermann, Leiter der Bezirksverwaltung West, auf Anfrage unserer Zeitung. Dafür soll ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 4000 Euro gewährt werden. Unabhängig davon wurde ein Antrag bei der Sparkasse Münsterland-Ost gestellt, einen Zuschuss aus Gewinnausschüttungsmitteln zu erhalten.

Falls die Kommunalpolitiker grünes Licht geben und das Projekt komplett finanziell abgesichert ist, kann Christine Böse loslegen. Bis zu sechs Monate, schätzt die Künstlern, könne es dauern, bis die Skulpturen fertiggestellt seien.

VON MARTIN SCHILDWÄCHTER, ALTENBERGE


03 · 09 · 10





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