Münster-Wolbeck - Im Rittersaal des Drostenhofes saßen am Samstag in der Hauptsache Opfer der Nachkriegszeit, Opfer einer schwarzen Pädagogik in kirchlichen wie staatlichen Heimen. Unter Tränen erzählen sie davon, wie etwa Nonnen sie mit Gewalt zwangen aufzuessen. Erbrachen sich dabei die Kinder, schaufelten die Erzieherinnen ihnen das Essen zusammen mit ihrem Erbrochenem in den Mund zurück. Das Leid, das diese Menschen in ihrer Jugend erlebt haben, ist nichts, worüber man gerne spricht. Es ist auch nichts, das man gerne hören möchte. Es tut auch den Zuhörern weh.
Zu den Opfern gehören auch Regina Eppert-Page und Elke Meister. Die Schwestern sind Flüchtlingskinder aus Elbing in Ostpreußen. Fremde bestimmten über die Familie, über die Kinder. Sie wuchsen auf in Ostberlin, in Flüchtlingslagern und später in Kinder- und Erziehungsheimen. Eine Leidensgeschichte ohne Ende.