Ein starkes Doppel


Sie sind ein eingespieltes Team im Jugendtreff „Drei Eichen“: Jana Spickenreither und Labradorhündin Kira sind ausgebildet zum Pädagogik und -begleithundteam.Foto:
Sie sind ein eingespieltes Team im Jugendtreff „Drei Eichen“: Jana Spickenreither und Labradorhündin Kira sind ausgebildet zum Pädagogik und -begleithundteam.Foto:
(cro)


Münster-Handorf - Neugierig streckt sie ihre Nase in die Luft und verlangt nach Streicheleinheiten: Kira. Die Labradorhündin ist ganz auf Schmusen eingestellt - und das ist auch gut so. Denn Kira ist der Hund von Jana Spickenreither, der neuen Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin im Jugendtreff Drei Eichen. Doch Kira ist auch noch mehr. Kira ist ausgebildeter Therapiehund, kann den Zugang zu Kindern und Jugendlichen erleichtern und erst einmal für Gesprächsstoff sorgen.

„Ich bin seit dem 8. September als Schwangerschaftsvertretung in Handorf“, informiert Spickenreither, die in Münster studiert hat und sich mit Robert Lage die Leitung des Jugendtreffs teilt.


Doch bevor die Sozialarbeiterin nach Handorf kam, hat sie bereits in Werne in einer Clearingstelle und In-Obhut-Nahme gearbeitet. Dort ist auch die Idee mit dem Hund entstanden.

„Einen Hund wollte ich schon immer haben, und bei meiner alten Arbeitsstelle war das Mitbringen von Tieren auch gewollt und erlaubt.“ Denn man habe deutlich gemerkt, dass ein Tier eine positive Wirkung auf die Kinder gehabt habe. „Wenn jemand empfänglich für so etwas ist, bekommt man den Zugang über das Tier sehr schnell, auch bei schwierigen Fällen“, so die Erfahrung von Spickenreither.

Doch nur ein Hund allein sollte nicht reichen. Auch die Ausbildung spielt eine Rolle. „Ich habe dann Kira und mich beim Deutschen Berufsverband für Therapiehunde ausbilden lassen zum Pädagogik und Therapiehund-Team.“ Das bedeutet: Nicht nur der Hund musste einiges lernen, sondern auch das Frauchen. „Ich wollte mit Kira professionell arbeiten könne, und dafür braucht man eine gewisse Grundlage, die auch schwarz auf weiß bescheinigt wird.“

Um die Prüfung zu bestehen, muss der Hund einiges können: Der Grundgehorsam versteht sich von selbst. „Kira muss auf der Seite liegen, darf nicht mehr reagieren, wenn sich ein Kind mit dem Kopf auf den Kiras Brustkorb legt“, erklärt Spickenreither. Auch wenn das Kind um sich schlage, dürfe der Hund nichts machen. „Daher wird eine solche Ausbildung auch nur Pädagogen, Psychologen und Therapeuten angeboten, die den Hund auch für die Arbeit nutzen können.“

Auch in Handorf erleichterte die zweijährige Hündin Spickenreither den Einstig in den Job. „Allerdings wird dem Hund in so einer Stelle nicht das gesamte Potenzial abverlangt von dem, was sie kann“, weiß die Sozialarbeiterin. Denn auch die Arbeit mit Behinderten oder schwierigen Fällen gehört zum Aufgabenspektrum des Tieres. „Ich möchte schon noch mal mit ihr als Therapiehund arbeiten, am besten in der Alten- oder Behindertenarbeit.“

VON CLAUS RÖTTIG, MÜNSTER


27 · 10 · 10





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