Die für die Stadt positive Entwicklung wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs jäh gestoppt. Nach der Niederlage trafen die politischen und wirtschaftlichen Folgen die Bevölkerung hart. In den schwierigen Jahre von 1920 bis 1933 stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt weitgehend. Und trotzdem hatte Münster Glück, als 1929 die Weltwirtschaftskrise ausbrach.
Von deren Folgen wurde die Bevölkerung zwar erheblich in Mitleidenschaft gezogen, jedoch nicht in einem solchen Ausmaß wie in reinen Industriestädten. Aufgrund des hohen Anteils von Angestellten und Beamten, die nicht entlassen wurden und über ein zwar eingeschränktes, aber regelmäßiges Einkommen verfügten, kam die Stadt verhältnismäßig glimpflich davon.
Insgesamt wurden 102 Angriffe auf Münster geflogen. Trauriger Höhepunkt des Bombenkrieges war der Tagesangriff vom 10. Oktober 1943, der erste auf eine deutsche Großstadt. Im Vertrauen auf die Einsatzbereitschaft der eigenen Luftabwehr hatte sich kaum jemand ein solch gewagtes Unternehmen der Amerikaner und Engländer vorstellen können. 670 Menschen verloren dabei ihr Leben, weite Teile der Innenstadt wurden zerstört. Der letzte große Angriff ereignete sich am 25. März 1945. Münster erhielt seinen Gnadenstoß. Am 3. April rückten amerikanische und britische Truppen in die Stadt ein. In ihren Mauern lebten nur noch wenige Menschen. Geschätzte Trümmermenge: zweieinhalb Millionen Kubikmeter.