Teil 6

Der Reichtum einer Stadt


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Als britischer Sprachwissenschaftler ist man von Deutschland begeistert: Dialekt hat hierzulande in einem viel größeren Maß überlebt als auf der Insel. Und als gebürtiger Londoner ist man insbesondere von Münsters Masematte fasziniert.

In London gibt es nämlich Cockney, eine Sprache, die aus vielen kreativ eingesetzten Fremdwörtern geschmiedet worden ist. Damals wurde die Sprache in den Elendsvierteln der britischen Hauptstadt gesprochen, doch heutzutage ist sie dank des sozialen Aufstiegs vieler Einwohner und der Aufwertung dieser Viertel weitestgehend ausgestorben.


Nur einige Wörter haben in der Hochsprache als Londoner Lokalkolorit überlebt. Das gilt ebenfalls für Masematte, die heutzutage so gut wie nicht mehr gesprochen wird, die aber die Sprache in Münster geprägt hat.


Brian Melican
Brian Melican


Wer neu in Münster ist, kennt Wörter wie Leeze, jovel und schovel nicht, schnappt sie aber relativ schnell auf. Doch Vieles ist nur noch den Eingeweihten vorbehalten: Schöne Wörter wie Quinis (Schnaps), Primangelo (Zigarette) und Tokus (äh). Ja: In unseren Video zum Thema lernt nicht nur der Zugezogene wie ich etwas dazu, sondern auch mal der Münsteraner.

Denn wir hatten das große Glück, mit dem führenden Masematte-Wissenschaftler sowie mit einem der letzten Masematte-Sprecher zusammenzusitzen: Erst in einer solchen Runde tritt der Reichtum von Münsters Masematte so wirklich zutage.



03 · 05 · 10




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