Imker trifft Bär

Genüsslich naschten die syrischen Braunbären gestern Nachmittag von dem gespendeten Imkerhonig. Ihn stemmten (v.l.) Klaus Höse, Dennis Schüler (Imkerverein Münster) und Bernhard Gerdes (Imkerfachverband Nienberge).
Genüsslich naschten die syrischen Braunbären gestern Nachmittag von dem gespendeten Imkerhonig. Ihn stemmten (v.l.) Klaus Höse, Dennis Schüler (Imkerverein Münster) und Bernhard Gerdes (Imkerfachverband Nienberge).
(Foto: Matthias Ahlke)


Münster. Nasch-Stunde im Zoo: Gestern Nachmittag durften die syrischen Braunbären reinsten Imkerhonig vom Brötchen schlecken. Zwei Zentner der süßen Köstlichkeit hatten Münsters Imker herangeschleppt. „Der natürlich gut dosiert“ an Meister Petz und seine Verwandten ausgeteilt wird, betont Bärenpfleger Peter Vollbracht. Denn auch Bären können Karies bekommen. Wie in der Natur soll der Honig eine Rarität bleiben und zugleich der Beschäftigung der Braunbären, Malayenbären und Nasenbären dienen.

Die schon zur Tradition gewordene jährliche Honigspende der münsterischen Imker ist nicht ohne Eigennutz, erklärt der Leiter des Bieneninstituts der Landwirtschaftskammer, der zugleich auf die Gefahren billigen Importhonigs verweist. „Vor Jahren“, erzählt Dr. Werner Mühlen, verfütterte der Zoo eben diesen Honig, der mit Faulbrut infiziert war, einem Erreger, der häufig in Honigimporten vorkomme. Für Menschen ungefährlich, aber für Bienen, die davon in der nahrungsarmen Zeit kosten, tödlich.


Und da es laut Mühlen in Deutschland keine zulässigen Medikamente gegen die Faulbrut gibt, gegen die in Amerika Antibiotika eingesetzt wird, entschied sich der Imkerverein kurzerhand für die Honigspenden.

Münster ist mit 860 Völkern (2,5 Völker pro Quadratkilometer) eine Bienenhochburg im Münsterland. In den Kreisen Warendorf und Steinfurt liegt der Wert nach Angaben der Landwirtschaftskammer bei 0,9. Getoppt wird das Ganze nur vom Ruhrgebiet, wo zahlreiche Hobbyzüchter zu Hause sind, weiß Mühlen. Sechs bis sieben Völker kommen im Schnitt auf einen Imker. Zum Vergleich: In Amerika sind es mehrere Tausend Völker, die allerdings nicht wegen des Honigs, sondern zum Bestäuben der Obstplantagen eingesetzt werden.


Die Braunbären wussten die Ia-Qualität gestern zu würdigen. Geschickt legte sich Bär Karim ein Honigbrötchen auf die Tatze und schleckte genüsslich. Die Bären dürfen sich in den nächsten Monaten über Honigwasser, Honigkuchen und Honigeis freuen, das die Pfleger zubereiten und im Gehege verstecken.

VON KARIN HÖLLER

25 · 11 · 08



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