Münster - Im Festsaal des Rathauses ging es stilvoll wie stets beim Kramermahl zu. Die Herren saßen in Frack oder Smoking, die wenigen Damen in eleganter Abendkleidung an den hübsch dekorierten Tischen. Während sich Dr. Hugo Fiege, der Vorsitzende des Vereines der Kaufmannschaft, und Oberbürgermeister Markus Lewe mit Würde den mit Wein gefüllten „Schiffspokal“ und „Goldenen Hahn“ reichten, schwitzten ein Stockwerk höher die Monteure.
Ein Wasserrohr war wegen des Dauerfrosts in der Wohnung im Dachgeschoss über dem „Pfefferkorn“ geplatzt. Das Wasser richtete einen durchaus immensen Sachschaden an, wie Stadtdirektor Hartwig Schultheiß bestätigte. Einige Besprechungsräume und auch das Hauptausschuss-Zimmer wurden nass. „Wenn Wasser einmal läuft, dann läuft es“, sagte einer der Hausmeister vor Ort. Sie legten rasch einen Rohr-Bypass, damit das Wasser später wieder durch die Leitungen fließen konnte.
Angesichts der Großveranstaltung im Rathaus war auch die Sorge vor einem plötzlichen Stromausfall groß, der aber verhindert werden konnte. So bekamen die über 350 Festgäste des Kramermahls kaum etwas von dem Theater hinter den Kulissen mit - es sei denn, sie wollten zur Toilette im Obergeschoss. Die musste - wegen des dann rasch abgestellten Wassers - gesperrt werden. Die Besucher behalfen sich mit den WC’s im „Pfefferkorn“, wo man sich nach dem Kramermahl eh zum fröhlichen Umtrunk verabredet hatte.
Bereits am Wochenende vor 14 Tagen hatte es einen Feuerwehreinsatz im Rathaus gegeben - was offensichtlich ebenfalls auf alte Leitungen zurückzuführen war. „Das Rathaus hat natürlich ein gewisses Alter“, rechnet Schultheiß in Zukunft durchaus mit weiteren Ausfällen und Schäden. In der kommenden Woche soll eine Begehung stattfinden, um mögliche Schwachstellen zu analysieren.