Kaufmannschaft geht mit der Barockgarten-Idee voran

Fiege beim Kramermahl: „Private Initiative war nie so wertvoll“


OB Markus Lewe, Ehrengast Tobias Trevisan und der Vorsitzende Dr. Hugo Fiege
OB Markus Lewe, Ehrengast Tobias Trevisan und der Vorsitzende Dr. Hugo Fiege
(Foto: Matthias Ahlke)


Münster - Die öffentlichen Kassen sind leer, das Geld wird immer knapper. Angesichts der Schuldenkrise rufen die münsterischen Kaufleute zu mehr privater Initiative aus der Bürgerschaft auf.

Dabei wollen sie selbst weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen. „Private Initiative war nie so wertvoll wie heute. Wir brauchen mehr davon für ein gutes soziales und kulturelles Klima“, betonte Dr. Hugo Fiege, Vorsitzender des renommierten Vereins der Kaufmannschaft, beim Kramermahl im Festsaal des Rathauses - dem gesellschaftlichen Ereignis des Jahres in Münster.


Vor über 350 Mitgliedern und Gästen aus dem öffentlichen Leben stellte Fiege klar, dass sich der Staat angesichts der Mobilisierung von Privatinitiativen nicht zurückziehen könne. „Im Ringen um das geplante Care-Institut für Medikamentenforschung ist die Hilfe des Landes für Münster unverzichtbar“, so Fiege im Beisein von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Die Kaufleute hatten den (privaten) Anstoß gegeben, dass aus dem tristen Hindenburgplatz mitten in Münster ein Barockgarten wird. Aus Zinserträgen der Kaufmannsstiftung sind drei Konzeptskizzen vorgelegt worden. Fiege betonte, dass man sich nicht für eine festgelegte Planung, einen Architekten oder Investoren einsetze. „Wir möchten eine strategische Entwicklungsmöglichkeit aufzeigen.“ Und das auf einer breiten Basis.

Vor dem Schloss liege ein großes Potenzial für die langfristige Entwicklung Münsters. Eine Chance zur Integration von Wissenschaft, Baudenkmälern, Einzelhandelszentrum, Freizeit- und Erholungsflächen. Fiege unterstrich, dass die Skizzen nicht das Ziel konkreter baulicher Nutzung verfolgen und keine Neuauflage der Musikhallen-Debatte seien.

„Es wird kein städtisches Geld verbaut, alle Maßnahmen finanzieren sich selbst. Der Send kann weiterhin insgesamt auf dem Platz stattfinden“, nannte er einige der Voraussetzungen. Die Resonanz auf den Vorstoß sei großartig gewesen. „Ausgesprochen positiv - viel stärker, als wir zu hoffen gewagt haben. Das macht Mut“, so Fiege. Entscheidend für das positive Echo auf die Barockgarten-Idee sei die offene Information ohne Vorfestlegungen gewesen. Für Fiege war es nach sechs Jahren als Vorsitzender der Kaufmannschaft die letzte Rede beim Kramermahl.

„Für mich war es eine gute Zeit. Zusammen mit meinen Kollegen konnten wir einiges in Bewegung setzen“, erinnerte er an die Gründung der Kaufmannsstiftung, den Ankauf einer Skulptur von Boyce und der Friedensfahne aus der Zeit des Westfälischen Friedens, die nun beleuchtet wird. Fieges Stellvertreter Matthias Lückertz hatte die Gäste im Rathaus begrüßt. Er wird voraussichtlich im Sommer dessen Nachfolger.



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