Trophäen fürs Museum

Peter Samulski: Ein Läufer schreibt Geschichte


Peter Samulski und der Inhalt seines Trophäen-Koffers.Foto:
Peter Samulski und der Inhalt seines Trophäen-Koffers.Foto:
(spe)


Münster - Ein Händedruck wie ein Bär. Dabei ist Peter Samulski ein sehnig-schlanker Mann, Läufer eben. „Wenn Sie meinen Händedruck schon spüren, hätten Sie früher meinen Fußdruck mal erleben sollen“, meint er sanft. Früher? Ja, sagt er, die Krankheit habe ihn nun so im Griff, dass an Sport nicht mehr zu denken sei.

Das will was heißen. Peter Samulski ist einer der erfolgreichsten Ultra-Langstreckenläufer Deutschlands: Deutscher Meister, Europameister, Weltmeister - würde man seine Leistungen nur aufzählen, wäre diese Zeitungsseite eine einzige Tabelle. Nur so viel: Seine Spezialität ist die Langstrecke. 100 Kilometer, 24 Stunden, einmal längs durch Deutschland - dieses Kaliber.


Horst Milde, der Begründer des Berlin-Marathon, ist gerade im Begriff, im Sportmuseum Berlin auf dem Olympia-Gelände ein Läufermuseum einzurichten. Ein guter Freund, versteht sich. Ihm stiftete Peter Samulski nun einen Koffer, randvoll mit Trophäen seiner Läuferkarriere: Die wichtigsten Pokale und Wimpel, Trikots und Berichte - ein einzigartiges Geschenk.

Besonders stolz ist der 73-Jährige darauf, immer noch den Weltrekord zu halten: „Männer Ü 50, 24 h, 261 km.“ Gelegenheitsjogger, die sich was auf ihre zehn Kilometer am Sonntagnachmittag einbilden, brauchen eine Weile, um sich das nur vorzustellen: Peter Samulski ist einen Tag lang ununterbrochen gelaufen, und er hat dabei 261 Kilometer zurückgelegt. Das sind mehr als sechs Marathonläufe hintereinander.

Der Laufsport war ihm nicht in die Wiege gelegt: Anfang der 70er Jahre kam Peter Samulski als Bibliothekar an die Universitätsbibliothek nach Münster, „ein Pummelchen und Pfeifenraucher...“, wie er sagt. Seine winterliche Gymnastiktruppe erwies sich als Laufsportgruppe - und so lief er einfach mit. Seinen ersten Marathon absolvierte er 1983 in Bremen, mit 45 Jahren, in drei Stunden, acht Minuten. Die Sportsfreunde wollten es kaum glauben. Es dauerte nur wenige Jahre, bis Peter Samulski an der Spitze des deutschen Laufsports stand. Das große Bild entstand 1991 beim Marathon in Steinfurt. „Calypso“ wurde er wegen seines lockeren Stils genannt.

Heute weiß er, dass der Sport ihm geholfen hat, der schweren Krankheit schon so lange zu widerstehen. „Immer wieder trainieren - damit der Körper was davon hat“, lautet sein Credo.

Der Inhalt von Peter Samulskis Koffer wird ab dem 15. November im Sportmuseum Berlin ausgestellt, berichtet er voller Freude. In einer eigenen Vitrine direkt neben Ausstellungsstücken von Haile Gebrselassie, Paul Tergat und Naoko Takahashi - alles Läufer, die Sportgeschichte schrieben.

Sport macht glücklich? Peter Samulski lächelt: „Unbedingt!“

VON LUKAS SPECKMANN, MÜNSTER


22 · 10 · 11



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