Wettkampf der Debattierer in Münster


Wer als Debattierer bestehen möchte, darf keine Angst vor vollen Rängen und einer Uni-Rektorin in der ersten Reihe haben, hier der Debattierclub Münster bei einem Auftritt zum Elternalarm.  Foto:
Wer als Debattierer bestehen möchte, darf keine Angst vor vollen Rängen und einer Uni-Rektorin in der ersten Reihe haben, hier der Debattierclub Münster bei einem Auftritt zum Elternalarm.  Foto:
(ohw)


Münster - Die Bezeichnung „Deutsche Meisterschaft“ ist eigentlich etwas zu tief gestapelt. Genauer gesagt geht es um die deutschsprachige Meisterschaft.

180 Studenten aus Norditalien, Österreich, der Schweiz und Deutschland treffen sich von Donnerstag bis Sonntag in Münster, um zum zehnten Mal die besten Debattierer zu küren. „30 Debattierclubs haben sich angemeldet“, freut sich Katharina Röhm, Vorsitzende des münsterischen Clubs. Nach 2006 organisiert Münster zum zweiten Mal die Meisterschaft und pflegt so eine in deutschen, pardon: deutschsprachigen Hochschulstädten etablierte Tradition.


Jedes Team besteht aus zwei Studenten, an jeder Debatte wiederum nehmen vier Teams teil, wobei zwei eine Pro- und zwei eine Contra-Position beziehen. Die Redezeit beträgt je Redner sieben Minuten, am Ende entscheidet eine Jury über Sieg oder Niederlage.

„Wer die Meisterschaft gewinnen will, muss neun Runden erfolgreich überstehen“, erklärt Röhm den Debattier-Marathon. Traditionell stark seien die Teams aus Berlin, Mainz und Tübingen.

Die Münsteraner selbst werden sich an dem Wettbewerb nicht beteiligen, weil sie mit der Ausrichtung beschäftigt sind. 25 Studierende umfasst das Organisations-Komitee.

Besucher sind zu den Debatten selbstverständlich eingeladen. Das gilt besonders für das große Finale am Sonntag ab 13.30 Uhr im Hörsaal am Aasee (Scharnhorststraße). Der Eintritt ist frei.

Als Ehrengäste werden unter anderem die Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, die Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson, der Rhetorik-Experte Dr. Ortwin Lämke und der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz erwartet.

Die Themen für alle Debatten liegen schon fest. „Aber sie werden natürlich unter Verschluss gehalten“, so Katharina Röhm. Kultur, Ökologie, Politik, das Themenspektrum für die 180 Teilnehmer sei sehr breit.

Nur die Frage nach der Zukunft der Solidaritätsabgabe dürfte tabu sein. Der Grund: Sie war das Finalthema bei der Meisterschaft 2009 in Mainz, die übrigens von Magdeburg gewonnen wurde.

Beim letzten verbalen Schlagabtausch in Münster 2006 war der Debattierclub Jena erfolgreich. Das Thema: „Soll die Bundeswehr verstärkt im Innern eingesetzt werden?“

VON KLAUS BAUMEISTER, MÜNSTER


02 · 06 · 10




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