Münster - Höflich, aber bestimmt hat der neue Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, Andreas Krautscheid, die Anfrage des AStA der Universität Münster zurückgewiesen, für 6000 Euro ein Gespräch mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zu „kaufen“. „Sie teilen Herrn Rüttgers mit, dass Sie aus der Presse erfahren hätten, Gespräche mit ihm seien gegen eine Zahlung von 6000 Euro zu kaufen. Eine genaue Lektüre hätte ihnen sicherlich vermittelt, dass dem nicht so ist“, heißt es in einem Schreiben von Krautscheid an die AStA-Vorsitzende Clarissa Stahmann. Es habe „nie bezahlte Gespräche“ gegeben - „und es wird sie nicht geben“.
Das Studierendenparlament hatte mit großer Mehrheit - und einem kritischen Augenzwinkern - dafür votiert, bis zu 6000 Euro für ein Rüttgers-Gespräch zur Verfügung zu stellen. Den entsprechenden Antrag hatte zuvor das „Unabhängige Fachschaften Forum“ (uFaFo) unter dem Eindruck der „Sponsoring-Affäre“ in der NRW-CDU verfasst. Im Februar war bekannt geworden, dass die Partei gegen Bezahlung Gespräche mit Ministerpräsident Rüttgers am Rande des Landesparteitages in Münster angeboten hatte. Rüttgers hatte die Aktion unmittelbar nach Bekanntwerden gestoppt und zugleich beteuert, davon nichts gewusst zu haben.