Münster - So langsam, wie seine neue treue Paten-Schildkröte aus dem münsterschen Zoo will Winfried Nachtwei es nicht angehen lassen. Dennoch sprach der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen bei seiner Abschiedsveranstaltung am Freitagabend von Entschleunigung. „Ich spüre nicht mehr diese ständige Hast und stehe dauernd auf Abruf bereit“, so der Politiker mit Erleichterung und leichter Wehmut.
Aus der aktiven Politik will sich Nachtwei als früheres Mitglied des Verteidigungsausschusses und Sprecher für Sicherheits- und Abrüstungspolitik nach 15 Jahren jedoch nicht komplett zurück ziehen. „Ich mache weiter, aber anders“, versprach der 63-Jährige. Nachtwei will zukünftig in verschiedenen Ämtern arbeiten, steht mit dem Auswärtigen Amt in Kontakt und will in Kürze wieder nach Afghanistan reisen. „Ich bleibe intensiv an dem Thema dran“, so Nachtwei, der das islamische Land in seiner politischen Laufbahn schon 14 Mal bereist hat. „Nach einem seiner Besuche dort kehrte er mit Vollbart zurück“, berichteten Parteikollegen schmunzelnd. Nachtwei habe seine Kompetenzen während seiner politischen Laufbahn gegenüber anderen nie „raushängen“ lassen, lobten die Laudatoren die Bodenständigkeit des Politikers. Nachtwei habe sogar selbstständig den Kopierer reparieren können, so eine humoristische Anekdote. „Wir wussten immer, wofür wir dich gewählt haben“, so Svenja Liehr, Vorstandssprecherin des Kreisverbandes der Grünen.