Volksverhetzung: Jüdische Gemeinde Münster stellt Strafantrag


Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde
Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde


Münster - Die Jüdische Gemeinde Münster hat gegen die Betreiber der Internet-Seite „Autonome Nationalisten Ahlen“ Strafantrag wegen Volksverhetzung gestellt. Zwar räumt der Vorstand der Gemeinde ein, dass die Erfolgsaussichten, der Urheber der Seite habhaft zu werden, „eher gering“ seien, da sich der Server nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster in den USA befindet.

Gleichwohl sei die Gemeinde nicht bereit, „die Verbreitung des unsäglichen Klischees, Menschen jüdischen Glaubens wirkten sich zersetzend auf das Gemeinwesen aus“, hinzunehmen.


Diese und weitere Äußerungen, die sich vor allem gegen Juden richten, waren bis vor Kurzem auf der Internetseite der „Nationalisten“ nachzulesen. Nach Medienberichten über die Gruppierung und ihre Ausfälle im Netz löschten die Neonazis den betreffenden Text wieder. Weil sie sich in ihrem Pamphlet auch am münsterischen Gemeindevorsteher Sharon Fehr abarbeiteten, hat dieser am Wochenende zudem Strafantrag wegen Beleidigung gestellt.

Den bundesweit aktiven „Autonomen Nationalisten“ gehören laut Verfassungsschutz vor allem junge Rechte an. Die Gruppierung gilt als gewaltbereit und der NPD nahestehend.

VON MARTIN KALITSCHKE, MÜNSTER


22 · 02 · 10





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