Ärger in der Aaseestadt mit neuem Richtfunkmast

Die Höhenverhältnisse zwischen Turm und Häusern hat die Bürgerinitiave dargestellt - im Vergleich zum Dom wird noch mal das ganze Ausmaß deutlich.
Die Höhenverhältnisse zwischen Turm und Häusern hat die Bürgerinitiave dargestellt - im Vergleich zum Dom wird noch mal das ganze Ausmaß deutlich.


Münster - Im rheinischen Swisttal-Heimerzheim gibt es ein Grundstück der Polizei, einen Richtfunkmast - und einen Riesenärger. Im Dorf ist seit Dezember vom „60-Meter-Monster der Polizei“ die Rede, eine Bürgerinitiative belagert die örtlichen Politiker mit dem Ziel, den Schandfleck wieder zu beseitigen. Nach vorliegenden Presseberichten liegt der Turm aus Beton und Stahl gerade einmal 50 Meter von den ersten Häusern entfernt.

Es kann gut sein, dass demnächst zahlreiche Anwohner der Aaseestadt nach Heimerzheim fahren. Der Grund: In ihrer direkter Nachbarschaft liegt die Landespolizeischule, und auch für diesen Standort plant die Landesregierung einen Richtfunkmast.


„Der Funkmast würde weit über die umgebende Bebauung hinausragen“, klagt Heribert Lattekamp von der „Initiative gegen einen Funkmast in der Aaseestadt“. Ein „technisches Bauwerk dieses Ausmaßes“ füge sich in „keiner Weise“ in die Umgebung ein.

Um ihrem Ärger Luft zu machen und nähere Informationen einzufordern, planen die Anwohner eine Bürgerversammlung am 8. März um 18 Uhr im Jakobus-Gemeindehaus an der Ecke Bonhoefferstraße/Von-Ossietzky-Straße.

Bekannt wurde das Projekt durch eine Bauvoranfrage des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) des Landes. In der Dezember-Sitzung des Rates hatte sich Stadtdirektor Hartwig Schultheiß sehr kritisch zu dem Projekt geäußert.

Angesichts der öffentlichen Debatte zog Jörg Sommerfeld, Pressesprecher des zuständigen Landesamtes für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) mit Sitz in Duisburg, gestern die Notbremse. Der in der Bauvoranfrage genannte Standort sei „nicht der von uns favorisierte“, sprach er ein „Missverständnis“ zwischen seiner Behörde und dem BLB in Münster an.

Gleichwohl konzentriere sich die „Prüfung“ auf das Gelände der Landespolizeischule in der Aaseestadt, da „technische Machbarkeiten“ zu berücksichtigen seien. Sommerfeld bestätigte auch, dass der in Münster vorgesehene Mast zu den sogenannten Ankerstandorten beim Aufbau des neuen Netzes gehöre. Sprich: Münster soll in der gleichen Liga spielen wie Heimerzheim.

Das digitale Funknetz ist seit Jahren ein Anliegen der Innenminister in den Ländern. Geplant ist, der Polizei, den Feuerwehren und Rettungsdiensten abhörsichere Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Genau dieser rechtliche Hintergrund macht den Anwohnern in der Aaseestadt heftig zu schaffen. Der Grund: Das Land als Bauherr kann sich über baurechtliche Bedenken der Stadt Münster hinwegsetzen, sofern das Land übergeordnete Ziele beim Zivilschutz verfolgt. Ist ein abhörsicherer, digitaler Polizeifunk ein solches Ziel?

Ferdinand Tempel, Sprecher der Heimerzheimer Bürgerinitiative, hat derweil alle Münsteraner aufgefordert, sich den im Rohbau fertigen Turm anzusehen: „Der Anblick ist erschlagend.“

VON KLAUS BAUMEISTER, MÜNSTER

18 · 02 · 10



kommentar



TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
SKATENIGHT MÜNSTER 2010
LENZ-RADIO.DE
Neues Webradio digital serviert auf www.lenzradio.de
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.


© Ahlener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette