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Tierschützer fordern Schließung des Zoo-Delfinariums

Jürgen Ortmüller vom WDSF (l.) und Andreas Morlok von Pro Wal haben eine klare Haltung zu Delfinarien.Foto:
Jürgen Ortmüller vom WDSF (l.) und Andreas Morlok von Pro Wal haben eine klare Haltung zu Delfinarien.Foto:
(jvg)


Münster - Die beiden blauen Plastikdelfine im viel zu kleinen Schwimmbecken vor dem historischen Rathaus sollen sinnbildlich darstellen, worauf Jürgen Ortmüller aufmerksam machen will. „Delfinarien sind für Delfine die Hölle auf Erden“, prangert der Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forums, Jürgen Ortmüller, am Samstag mit Plakaten an. Gemeinsam mit dem Delfin- und Walschützer von Pro Wal, Andreas Morlok, fordert Ortmüller die mittelfristige Schließung des Delfinariums im Zoo.

Das Hauptbecken mit einer Größe von zehn mal 20 Metern sowie das Rundbecken und eine für die Besucher nicht zugänglichen Haltungsanlage seien zu klein für die Tiere, sagt Ortmüller. Insgesamt teilen sich zwei Tümmler (Nemo und Nando), ein Sotalia-Delfin (Paco) sowie sechs Seelöwen die Anlage.


Besonders die Haltung von Paco zusammen mit den kalifornischen Seelöwen stößt auf Kritik bei den Delfinschützern. Paco würde ohne richtige Artgenossen vereinsamen, kritisieren sie.

Ein Vorwurf, den das Delfinarium scharf zurückweist. Der schon seit 1991 im Delfinarium lebende, ca. 30-jährige Sotalia-Delfin sei der einzige seiner Art in ganz Europa und in seiner Heimat vom Aussterben bedroht. „Paco hat keine eigene Gruppe“, so Andrea Kowski vom Delfinarium auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Außerdem seien die Becken für die Tiere keinesfalls zu klein, argumentiert Kowski weiter. „Wir bewegen uns nicht im rechtsfreien Raum. Wir erfüllen sämtliche erforderlichen Auflagen und halten auch die EU-Richtlinien ein.“

Argumente, die für Ortmüller nicht zählen. „Es gibt Tiere, die sich durchaus für eine Haltung in Gefangenschaft eignen. Delfine gehören nicht dazu“, so Ortmüller. Das WDSF sei nicht grundsätzlich gegen den Zoo. Ortmüller und Morlok wollen weiter hartnäckig bleiben: „Wir machen solange weiter, bis wir unseren gewünschten Erfolg erzielen.“

VON JENNIFER VON GLAHN, MÜNSTER

19 · 07 · 09
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gegen Delfinarien und Zoos
Delfine sind für Delfinarienbesitzer ein gutes Geschäft: Sie locken Zuschauer an und lassen die Kassen klingeln. Doch hinter den Kulissen der scheinbar spielerischen Darbietung läuft ein unerbittliches, für den Delfin oft tödliches Geschäft ab: Viele Delfine sterben bereits während des Fanges und des Transports. Im chemisch aufbereiteten Wasser der engen, kahlen Becken und dem fehlenden biologischen und sozialen Umfeld leben die Tiere unter Streß und Haftpsychose. Die Sterblichkeit der gefangenen Delfine ist außerordentlich hoch. Die Tiere sterben häufig an Lungenentzündung, Herzversagen, Kreislaufkollaps und Vergiftungen. Die Lebenserwartung ist entsprechend niedriger als in Freiheit. Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.

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