Münster - Die vier Mädchen sollen aus purer Langeweile gehandelt haben. Feuerwehrleute hätten dabei schwer verletzt werden oder gar zu Tode kommen können, meint die Staatsanwaltschaft Münster. Die vier im Alter zwischen 15 und 20 Jahren warfen im vergangenen Sommer Einkaufswagen und Feuerlöscher aus der achten Etage eines Wohnhauses in Kinderhaus.
Die Feuerlöscher flogen herab, nachdem die Mädchen zuvor per Feuermelder Alarm geschlagen und die Feuerwehr auf den Plan gerufen hatten. Das jedenfalls ist die Position der Anklage in dem Prozess, der am 5. Mai vor dem Landgericht beginnt. Angeklagt sind die vier jungen Frauen wegen versuchten Mordes.
Zwei der jungen Frauen, 18 und 20 Jahre alt, wirft die Staatsanwaltschaft vor, am 22. Juni zwei aneinandergekettete Einkaufswagen vom Balkon des Mehrfamilienhauses geworfen zu haben, obwohl sie gewusst haben sollen, dass sich ein Mensch vor dem Haus aufhielt.
Vier Tage später soll die 18-Jährige in dem Haus einen Feuermelder im Erdgeschoss eingeschlagen haben. Zwei andere Mädchen nahmen die Feuerlöscher aus den Etagenfluren von der Wand, sprühten einen davon vom Balkon leer, als die Feuerwehr eintraf. Den leeren Feuerlöscher sollen sie hinterhergeworfen haben. Er verfehlte, ebenso wie ein zweiter herabgeworfener Feuerlöscher nur knapp die Feuerwehrleute.
Die Mädchen fanden offenbar Geschmack an ihrem Treiben: Tags darauf flog erneut ein Feuerlöscher vom Balkon auf zuvor alarmierte Feuerwehrleute. Zum Glück wurde auch diesmal niemand verletzt.