Münster. Grün ist die Hoffnung, und grün ist das Leben. Unter dem Titel „zeitweilig grün“ eröffnete jetzt in der Orangerie des Botanischen Gartens die Ausstellung der „Gruppe WO-02“. Die neun bildenden Künstlerinnen aus ganz Deutschland haben sich unter der gemeinsamen Maxime „wo man ist, kann man nicht bleiben“ auf Seminaren in Wolfenbüttel zusammengefunden und werden vom Bremer Kunstprofessor Rolf Thiele begleitet.
„Grün, das ist die Natur mit und von der wir leben“, merkte Christine Möllek zum Auftakt der Ausstellung an. Und schnell wird dem Besucher klar, dass in allen Kunstwerken der Umgang des Menschen mit der Natur sowie - wie der Titel schon sagt - die Themen Zeit und Vergänglichkeit eine zentrale Rolle spielen. Die ausgestellten Werke wurden eigens für die Räumlichkeiten im Botanischen Garten konzipiert und installiert. In ihren individuellen Arbeitsweisen setzten sich die Künstlerinnen mit dem gemeinsam erarbeiteten Thema und dem Ausstellungsort auseinander und schufen so Malereien, Zeichnungen, Installationen und Plastiken.
Die Arbeit von Gabriele R. Luetgebrune mit dem Titel „Close your eyes and look at me“ in Form von 33 verschiedensten Filz-, Woll- und Haarverflechtungen soll etwa die Frage nach dem eigenen Naturverhältnis formulieren. Auch bei der dreiteiligen Kreation mit zwei Streifenbildern und einem Objekt aus in ein Quadrat gepressten Zweigen von Christine Mölleck besteht der Reiz in der Fragwürdigkeit: Kann man Kunst und Natur auf diese Weise verbinden und zur Einheit zwingen?
Neben den Künstlerinnen Luetgebrune und Mölleck präsentieren Ursula Hinne, Dorothea Knoop, Heike Schmidt-Ehlers, Karin Schmiedebach, Rosita Sengpiel, Ju Sobing und Johanna Timaeus ihre Werke. Komplettiert wird die Ausstellung von Kreationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch die gleiche Problematik ansprechen, durch eine Außeninstallation der Künstlerin Mölleck mit der Bezeichnung „Ich bin dir grün“. Noch bis zum 12. August sind die Exponate täglich von 10 bis 19 Uhr in der Orangerie des Botanischen Gartens zu sehen. Der Eintritt ist frei.