Selbst erfahrenes Licht weitergeben


Das Werk „Schutzengel“ stammt von Ingrid Maria Bachor (kl. Bild), die bei der Vernissage erläuterte, was sie dazu inspirierte.Foto:
Das Werk „Schutzengel“ stammt von Ingrid Maria Bachor (kl. Bild), die bei der Vernissage erläuterte, was sie dazu inspirierte.Foto:
(Privat/lim)


Münster - Wer in dieser dunklen Jahreszeit einen besonderen Zugang zum Licht sucht, ist in der Dominikanerkirche gut aufgehoben. Hier eröffneten jetzt die beiden Künstlerinnen Ingrid Maria Bachor und Christa Maria Busch gemeinsam die Ausstellung „Licht der Engel“, die sich aus Bildern und Klängen zusammensetzt.

Durch eine Nahtoderfahrung im Jahre 1999 wurde Ingrid Maria Bachor zu ihren Fotografien und Gemälden inspiriert, die stets eine Form von Licht darstellen. „Wenn man dieses Licht erfahren hat, möchte man das weitergeben und erklären, wie sich das anfühlt“, so die Künstlerin in der Vernissage.


Beim ersten Rundgang erläuterte sie den Besuchern ihre Werke. Eines der Bilder entstand direkt nach ihrer Nahtoderfahrung, in der sie den heiligen Geist gesehen habe: „Der Wunsch, die Schönheit des Geistes darzustellen, hat mich wieder zurück ins Leben gebracht.“ Neben den sehr unterschiedlichen Engelbildern fotografiert Bachor: Ihre „Lightpainting“-Fotografie entstand auf einer mehrwöchigen Indienreise, wo sie Lichtquellen in der Dunkelheit mit einer langen Belichtungszeit fotografierte.

„Da ist mir klar geworden, dass Licht immer einen Gegenpol - nämlich die Dunkelheit - braucht, um überhaupt in Erscheinung zu treten“, so die Künstlerin. Zum Teil sind diese Fotografien ebenfalls an den Wänden der Dominikanerkirche zu sehen, sie werden aber bei Eintritt der Dunkelheit auch über einen Beamer als Lichtshow gezeigt.

Den zweiten Teil der Vernissage bildete der Kristallgesang von Christa Maria Busch, die vorab ihren Weg zum Gesang erläuterte: „Als Kind habe ich viel mit meinen Eltern gesungen, weshalb mir später Orte, an denen gesungen wurde, ein Stück Heimat gegeben haben“. Sie sang in mehreren Chören, nahm Gesangsunterricht. „Zum Kristallgesang bin ich schließlich über die Meditation gekommen“, erklärte die Sängerin. Und dann erklomm sie die Orgelempore, um von dort aus mit ihrer durchdringenden Stimme den Raum zu füllen. Der  Kristallgesang klingt fast so, als ginge man mit dem Finger über den Rand einer Wasserschale, so sehr wird jede einzelne Schallwelle für den Zuhörer spürbar.

Komplettiert wird die meditative Ausstellung von einigen Gong-Konzerten von Aggi Bücker, die die Zuhörer auf eine schöpferische Reise führen will, bei der „der klare Klang die Sinne öffnet und zum Spiegel und Verstärker von Gefühlen und Befindlichkeiten wird“.

VON LISA MEIERKORD, MÜNSTER


29 · 01 · 12




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