Massives Defizit

Universität erneut in den Miesen


Finanzdezernent Matthias Schwarte stellte gestern den Wirtschaftsplan der Universität vor.Foto:
Finanzdezernent Matthias Schwarte stellte gestern den Wirtschaftsplan der Universität vor.Foto:
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Münster - Diesmal war ein großer Teil der Senatsmitglieder vorgewarnt - und der Sturm der Entrüstung blieb, anders als vor einem Jahr, aus. Die Universität Münster geht erneut mit einem massiven Defizit ins neue Haushaltsjahr. Nahezu 17 Millionen Euro muss die Hochschule aus ihren Rücklagen entnehmen, um den Haushalt auszugleichen, legte Finanzdezernent Matthias Schwarte dar.

Bereits im vergangenen Jahr kalkulierte die Hochschule mit einem Defizit in Höhe von 13,9 Millionen Euro. Ob das Minus tatsächlich so hoch ausgefallen ist, ist noch nicht klar. „Der Jahresabschluss für 2011 liegt noch nicht vor“, so Schwarte.


Die Universität hat kräftig investiert, in Forschung, etwa durch ihre Beteiligung an der Centech-Erweiterung oder am Batterieforschungszentrum sowie in weitere Bauten. So wird sie, wie gestern im Senat bekannt wurde, in diesem Jahr am Orléansring ein neues Hörsaal- und Seminargebäude für zehn Millionen Euro errichten - um sich für den Studentenansturm im doppelten Abiturjahrgang vorzubereiten, wie Rektorin Prof. Ursula Nelles erklärte.

Der Haushalt der Universität beträgt in diesem Jahr 489 Millionen Euro. In die Miesen kommt die Hochschule vor allem durch viele Anmietungen privater Gebäude für Uni-Projekte und zahlreiche Bauunterhaltungsmaßnahmen.

Weiterer „Kostentreiber“, so Matthias Schwarte, ist die Personalentwicklung. Um besonders qualifizierte Professoren zu gewinnen und auch an der Universität zu halten, zahlt die Universität aus ihren eigenen Mitteln erhebliche Aufschläge auf die vom Land refinanzierten Gehälter. Schließlich erfordern die zahlreichen bewilligten Drittmittelprojekte immer einen Eigenanteil der Hochschule. Die Folge: Mehr Stellen in der Verwaltung wurden geschaffen. „Wir gehen in ein geplantes Defizit“, kündigte Schwarte an und fügte in aller Deutlichkeit hinzu: „So kann es nicht weitergehen.“

Die Universität verfügte Ende 2010 noch über rund 40 Millionen Euro an freien und gebundenen Rücklagen. Die Substanz dürfe nicht weiter aufgezehrt werden, mahnte auch Senatsmitglied Prof. Klaus Backhaus. Er hält die Lage für „ernst, aber nicht hoffnungslos“.

Bis einschließlich 2016 soll die „Mifri“, die mittelfristige Finanzplanung über die Haushalte der Universität bestimmen. An einem entsprechenden Konzept werde bereits gearbeitet, im Sommer soll es von Senat und Hochschulrat beschlossen werden. Bis 2015 soll der Haushalt der Universität wieder konsolidiert sein.

Dabei will die Universität ihre eingeworbenen Drittmittel effizienter beantragen, verwalten und einsetzen. Vor allem aber soll sie in den nächsten Jahren sechs Millionen Euro an Personal, in der Bauunterhaltung und durch Raummanagement sparen. Fremde Gebäude sollen nur noch in sehr geringem Umfang angemietet werden.

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


25 · 01 · 12





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