Nanotechnologie-Zentrum

Mehr Platz für kleine Teilchen


Der Erweiterungsbau des „Centech“ ist fertig. Der wissenschaftliche Leiter der Einrichtung, Prof. Harald Fuchs, freut sich, dass jetzt wieder ausreichend Platz für moderne Nano-Forschung und die damit beschäftigten Forscher aus aller Welt da ist.Fotos (3):
Der Erweiterungsbau des „Centech“ ist fertig. Der wissenschaftliche Leiter der Einrichtung, Prof. Harald Fuchs, freut sich, dass jetzt wieder ausreichend Platz für moderne Nano-Forschung und die damit beschäftigten Forscher aus aller Welt da ist.Fotos (3):
(Oliver Werner)


Münster - Die allerkleinsten Teilchen bestimmen die Nano-Forschung. In Münster wird das Thema „Nano“ immer größer. Der jüngste Zuwachs war 7,2 Millionen Euro teuer, misst stattliche 1300 Quadratmeter und ist eine Erweiterung des Centrums für Nanotechnologie (Centech) an der Heisenbergstraße gegenüber des Technologiehofs. Das „Centech II“ ist fertig und wird am Freitag (13. Januar) eingeweiht.

Harald Fuchs, wissenschaftlicher Leiter des Centech und Physik-Professor an der Universität Münster, geht sehr beschwingt, wenn er durch die Flure des neuen Forschungsgebäudes schreitet. Besonders gern zeigt er einen fast fünf Meter hohen Raum im Erdgeschoss, der noch komplett leer ist. Die Bodenplatte ist 1,50 Meter dick, keinerlei Schwingungen werden hier Experimente mit Nanoteichen beeinträchtigen. Das passende Mikroskop für solche Analysen fehlt noch. „Es wäre noch mal so teuer wie der ganze Bau“, erklärt Fuchs. Er ist froh, dass immerhin die technischen Voraussetzungen für solche Fortschritte schon gegeben sind.


Im Labor nebenan erzählt Dr. Daniel Wegner davon, wie rasant die Entwicklungen in der Nanowelt derzeit voranschreiten. Wegner ist kürzlich von der US-Elite-Universität Berkeley nach Münster gewechselt. „Wegen der guten Forschungsbedingungen und der interdisziplinären Zusammenarbeit im Centech gewinnen wir viele junge Nachwuchsforscher, die nach Deutschland kommen“, erzählt Fuchs. Physiker, Chemiker, Biologen, Mediziner -20 Professoren der Uni mit ihren Mitarbeitern forschen zur Nanotechnologie.

Das fächerübergreifende Nanonetzwerk hat längt auch Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Kommunikationswissenschaftler erreicht. Und alle treffen sich in der einzigen Küche des Centech - „die Kommunikationszentrale und Geburtsstätte so mancher toller Forschungsidee“, sagt Fuchs.

Die drei Etagen des Neubaus sind ausschließlich für Nano-Forschergruppen der Universität mit zusammen etwa 70 Mitarbeitern bestimmt. Im 2003 eröffneten „alten“ Centech sind junge Unternehmen aus der Branche untergebracht. „Wir brauchten wieder Platz, um die ganz neuen Entwicklungen zu verfolgen“, erklärt Prof. Fuchs, warum, die Erweiterung wichtig war. Labore für Nanoforschung können nicht in herkömmlichen Gebäuden angesiedelt werden. Schwingungsfreie Böden sind Voraussetzung, dass Messergebnisse überhaupt verwertbar sind.

Die Forschung mit den Nanopartikeln bezieht sich auf vielfältige Anwendungsfelder. „Spintronik“ heißt etwa das Forschungsfeld von Daniel Wegner und seinem Team. Hier geht es darum, unter Ausnutzung der natürlichen Elektronenrotation Elektronik-Geräte sehr viel energiesparender als heute zu betreiben. Schnellere Datenübertragung ohne Glasfaserkabel, Analytik in der Medizin oder die Entwicklung neuer Lichtquellen mit Nanoteilchen sind andere Themen der Wissenschaftler, die gerade ins „Centech II“ einziehen.

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


07 · 01 · 12



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