Uni-Fotografin Julia Holtkötter: Alte Fotos neu belichtet


Die Physiker der Uni lieben offenbar die Kontinuität. Zwischen diesen beiden Aufnahmen, die Julia Holtkötter auf ihrem Laptop zeigt, liegen über 30 Jahre.Foto:
Die Physiker der Uni lieben offenbar die Kontinuität. Zwischen diesen beiden Aufnahmen, die Julia Holtkötter auf ihrem Laptop zeigt, liegen über 30 Jahre.Foto:
(kb)


Münster - Das anonyme Schwarz-Weiß-Foto zeigt das Foyer des Uni-Gebäudes an der Wilhelm-Klemm-Straße, in dem die Physiker zu Hause sind. Ein typischer Bau aus den 70er Jahren mit Kassettendecke, Fliesen und bunt bemalten Betonwänden. Über 30 Jahre später hat Julia Holtkötter diesen Ort fotografiert: gleicher Standort, gleicher Blickwinkel, gleiches Licht. Siehe da: Es hat sich fast nichts verändert.

Julia Holtkötter ist 28 Jahre alt, freiberufliche Fotografin und darf sich derzeit Uni-Fotografin nennen. Denn sie hat einen vom Universitätsausschuss Kunst und Kultur ausgelobten Wettbewerb gewonnen. Dieser Umstand erlaubt es ihr, nach freiem Ermessen und mit künstlerischem Anspruch eine Foto-Dokumentation über die Universität zu erstellen.


Statt wahllos mit der Kamera die Uni-Quartiere zu durchqueren, hat die Fotografin zunächst einmal „intensiv nach einer Klammer gesucht“, wie sie es selbst formuliert. Sprich: Sie suchte nach einem Bezugspunkt, um ihre Fotos eine Geschichte erzählen zu lassen. Diese Klammer fand Julia Holtkötter im Universitätsarchiv. Sie begutachtete Hunderte historische Schwarz-Weiß-Fotos - und suchte sich dann 20 aus, um die jeweiligen Situationen Jahrzehnte später erneut zu fotografieren.

So entstand eine faszinierende Damals-Heute-Gegenüberstellung: der AStA im ­AStA-Häuschen damals und heute, eine Studentenbude damals und heute, die Mensa damals und heute.

Sehr aussagekräftig ist ein Zwillingsfoto, das Holtkötter in einer Bibliothek des Juridicums aufgenommen hat. Die Räumlichkeit hat sich gegenüber dem Originalfoto - vermutlich aus den 60er Jahren - kaum verändert, allenfalls neue Tische und neue Lampen. Aber die Studierenden sehen heute anders aus. Oder kann sich jemand noch ein Studierzimmer vorstellen, komplett gefüllt mit jungen Männern, die Schlips und Jackett tragen?

Grundlegende Veränderungen hat Julia Holtkötter auch überall dort dokumentiert, wo Technik im Spiel ist. Im Zentrum für Informationsverarbeitung etwa füllte vor gut 40 Jahren ein Computer einen ganzen Kellerraum. Heute übernehmen die Aufgabe Tausende Laptops, die durch die Uni-Gebäude getragen werden.

Bei einer Schwarz-Weiß-Aufnahme grübelt Julia Holtkötter noch, wie die aktuelle Interpretation aussehen soll. Das Originalfoto, dessen Entstehungsdatum unbekannt ist, zeigt eine Herde Schafe vor dem Universitäts-Schloss. „Das ist schon eine besondere Herausforderung“, gesteht die Fotografin.

» Julia Holtkötters Foto-Dokumentation wird im Rahmen einer Ausstellung im November zu sehen sein. Der Veranstaltungsort steht noch nicht fest. Beim Uni-Kulturfestival „Neue Wände“ stellt Holtkötter eine Auswahl ihrer Bilder vor. Der Termin: 31. Oktober um 14.30 Uhr im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen.

VON KLAUS BAUMEISTER, MÜNSTER


03 · 08 · 10




kommentar



TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
AKTUELLE FOTOSTRECKEN
LENZ-RADIO.DE
Neues Webradio digital serviert auf www.lenzradio.de
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.


© Ahlener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette