Studenten rügen Online-Platzbörse als "Flop"


Kritik an der offiziellen Studienplatz-Börse im Internet: Zurzeit seien lediglich 371 der bundesweit vielen Tausend Studiengängen auf der Plattform registriert.
Kritik an der offiziellen Studienplatz-Börse im Internet: Zurzeit seien lediglich 371 der bundesweit vielen Tausend Studiengängen auf der Plattform registriert.
(Foto: dpa)


Münster/Düsseldorf/Berlin - Der Start der offiziellen Studienplatz-Börse im Internet ist mehr als holprig gewesen. Selbst die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die für das Angebot verantwortlich ist, räumt Probleme ein - allerdings nur technische. Nach dem Start am Dienstag, so hieß es bei der HRK, sei es zu einer hochgradigen Belastung der Server gekommen, Deshalb habe es „zeitweise Zugangsprobleme“ gegeben. Diese seien aber beseitigt.

Wer sich um seine Chance gebracht sah, wurde von der HRK gleich beruhigt. Da die ersten Bewerbungsfristen erst am 6. September enden, sei niemand ausgebootet worden.


Der studentischer Dachverband fzs übte dennoch heftige Kritik an der Online-Börse. Gerade weil viele Universitäten ihre Zulassungsbescheide noch gar nicht verschickt hätten, würden sich bei der Studienplatzbörse viele junge Leute bewerben, die eigentlich schon zugelassen seien. Fzs-Vorstandsmitglied Florian Kaiser erklärte das Angebot deshalb zum „Flop“.

Auch Gottfried Ludewig, Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), meinte: „Die neue Studienplatzbörse ist ein Schlag ins Gesicht jedes Studienbewerbers.“ Falls man das große Glück habe, überhaupt einen Studienplatz auf der Plattform zu finden und sich dann bewerbe, würden die restlichen Plätze doch wieder zugelost. „Warum strengt man sich denn in der Schule an, wenn man nur durch Losglück einen Studienplatz bekommt?“, fragte Ludewig provokant.

Zurzeit seien lediglich 371 der bundesweit vielen Tausend Studiengängen auf der Plattform registriert. „Da haben ZVS und HRK mal wieder versagt.“, sagte Ludewig. Und er befürchtete: „Es wird alles beim Alten bleiben und das Chaos bei der Vergabe von Studienplätzen bleibt bestehen.“

Das NRW-Wissenschaftsministerium in Düsseldorf hatte Kenntnis von den technischen Problemen. „Darüber hinaus ist uns bislang nichts bekannt“, hieß es dort gestern.

VON DORLE NEUMANN, MÜNSTER


04 · 09 · 09





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