Münster - Das Ding im Plexiglaskasten thronte Donnerstag auf einem Tisch im Festsaal der Universität. Es heißt Mertis und hat wohl eine der längsten Reisen vor sich, die jemals unternommen worden sind. Mindestens 80 Millionen Kilometer ist der Merkur von der Erde entfernt. Wenn aber 2014 die Mission „BepiColombo“ der Europäischen Weltraumagentur ESA startet, wird die Ariane-5-Trägerrakete eine um ein Vielfaches längere Strecke zurückzulegen haben. Mindestens sechs Jahre wird das dauern. „Um zum Merkur zu kommen, muss die Rakete in verschiedenen Umlaufbahnen unseres Sonnensystems Schwung holen“, sagt Prof. Harald Hiesinger vom Institut für Planetologie der Universität. Hiesinger und sein Team betreuen wissenschaftlich die Entwicklung des Instruments Mertis, das die Beschaffenheit der Gesteine auf dem Merkur analysieren soll.
11,4 Millionen Euro stellt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den münsterischen Planetologen dafür für zur Verfügung.