Interaktiv mit teuren Tafeln


Die Informatiklehrer Michael Klein (l.) und David Köhler sind vom ersten Smartboard im Informatikraum des Laurentianums begeistert. Doch die teuren Elektro-Tafeln sind umstritten.Foto:
Die Informatiklehrer Michael Klein (l.) und David Köhler sind vom ersten Smartboard im Informatikraum des Laurentianums begeistert. Doch die teuren Elektro-Tafeln sind umstritten.Foto:
(Maxwill)


Warendorf - „Interaktives Arbeiten“ nennt sich das, was die Stadt Warendorf zurzeit an zwei Schulen ausprobiert: Am Laurentianum und der Von-Galen-Schule wurden für insgesamt rund 12 000 Euro elektronische Tafeln installiert, sogenannte „Smartboards“. Die sind technisch komplex, teuer - und umstritten.

Die Tafeln hat die Stadt laut Schulamtsleiter Udo Gohl vor einem halben Jahr für eine Testphase eingeführt. Ob sie flächendeckend angeschafft werden, hängt laut Gohl von der Resonanz an den Schulen ab. „Die Boards machen nur Sinn, wenn die Lehrer damit auch arbeiten“, sagt der Ressortchef.


Am Laurentianum tun sie das offenbar, denn das Gymnasium wird sich für mehr Boards aussprechen, wie Michael Klein sagt. Der Informatiklehrer ist für die EDV-Einrichtung am Laurentianum zuständig. Er schätzt an den Elektro-Tafeln die Verbindung von Computer, Beamer, Tafel, Leinwand und integriertem Touch-Screen. „In zehn bis 15 Jahren werden die Boards in allen Klassenräumen hängen“, prophezeit er.

Das will Peter Hofmeister an der Von-Galen-Realschule verhindern. Die Boards seien nicht so sinnvoll wie angepriesen, sagt der Schulleiter. Außerdem habe es anfangs „technische Schwierigkeiten“ gegeben, die Boards funktionierten später als geplant. „Im Prinzip brauchen wir gar keine Smartboards“, sagt Hofmeister. „Flächendeckend wollen wir die Dinger jedenfalls nicht einführen.“ Das begründet Hofmeister auch damit, dass Schüler nicht mehr als zuvor in das Geschehen eingebunden würden. „Die Boards sind genauso lehrerzentriert wie gewöhnliche Tafeln.“

Informatik-Lehrer David Köhler vom Laurentianum sieht das anders: Ob ein Smartboard oder eine Tafel interaktiv funktioniere, hänge von der Methode des Lehrers ab. Sprich: Wer mit dem Smartboard interaktiv arbeiten wolle, könne das auch.

Am Laurentianum wird das bislang einzige Board laut Lehrer Klein in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern genutzt, vor allem im Doppelfach Physik und Informatik (PI). Auch eine Smartboard-Fortbildung habe es schon gegeben, sagt Köhler. So könne die Nutzung der neuen Tafel auf andere Fächer ausgedehnt werden. Köhler: „Auf jeden Fall wären die Boards auch in anderen Fachräumen sehr sinnvoll.“

Ob die Stadt noch mehr der teuren Boards anschafft, ist noch nicht geklärt. Schulamtsleiter Gohl will mit den Schulen darüber verhandeln. Bleiben werden auf jeden Fall die beiden schon gekauften Boards am Laurentianum und der Von-Galen-Schule - zur Freude von Klein und Köhler.



06 · 04 · 11





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