Windenergie könnte ausgebaut werden

Zwei Flächen für Windparks im Blick


In den bestehenden Vorrangzonen können keine weiteren Anlagen geplant werden. Deshalb wird im Stadtgebiet nach weiteren geeigneten Flächen gesucht. Foto:
In den bestehenden Vorrangzonen können keine weiteren Anlagen geplant werden. Deshalb wird im Stadtgebiet nach weiteren geeigneten Flächen gesucht. Foto:
(Josef Thesing)


Sendenhorst - Ob es in Sendenhorst bald noch mehr Flächen für die Windenergienutzung geben wird, steht zwar noch nicht endgültig fest, ist aber durchaus möglich. Das war am Donnerstag im Bürgerhaus zu erfahren. Dorthin hatte die Stadt alle an diesem Thema Interessierten eingeladen. Und zahlreiche Bürger nahmen die Möglichkeit wahr, sich die Untersuchungsergebnisse der „Studie zur Ausweisung von Eignungsbereichen für die Windenergienutzung“ erläutert zu lassen. Für das Planungsbüro „brandenfels landscape + environment“ stellte Gordon Brandenfels die Ergebnisse vor.

Bürgermeister Berthold Streffing wies darauf hin, dass der Windenergie im Zuge der Energiewende eine tragende Bedeutung zukomme. Künftig bleibe es den Kommunen in NRW selbst überlassen, Standorte für neue Windanlagen festzulegen.


Wenn es das Ziel der Landesregierung sei, bis 2020 mindestens 15 Prozent der Energieversorgung aus Windkraft zu erzeugen, dann habe Sendenhorst dieses Ziel im Vergleich zum Verbrauch bereits erreicht. Denn der Anteil regenerativ erzeugten Stroms liege bereits bei 60 Prozent, davon 50 Prozent Windkraft.

Nach den Empfehlungen aus der Studie soll bis zu den Sommerferien entschieden werden, was an zusätzlichen regenerativen Energien in Sendenhorst erzeugt werden kann.

Gordon Brandenfels erklärte, welche Standorte dafür in Frage kommen könnten. Und dass die Errichtung weiterer Anlagen in den bestehenden Vorrangzonen nicht möglich sei.

Brandenfels empfahl für weitere Anlagen zwei Gebiete in Sendenhorst. Eines im Südosten an der Gemeindegrenze zu Ahlen als Ergänzung der bestehenden Konzentrationszonen. Und ein weiteres östlich in der Angelniederung. Aber auch bei diesen Gebieten sei mit Einschränkungen zu rechnen.

Brandenfels schlug vor, nur Konzentrationszonen auszuweisen, in denen sogenannte Bürgerwindräder vorrangig realisiert werden sollten. Denn Bürgerwindparks bedeuteten eine höhere Akzeptanz durch die Bevölkerung. Nicht unbeachtet bleiben dürfe allerdings auch das „Repowering“, wie der Ausbau älterer Anlagen genannt wird.

Nach den Darstellungen des Gutachters übernahm Dr. Matthias Quas, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, das Wort. Er zeigte sich darüber erfreut, dass die Kommunen künftig über die Anlagen selbst entscheiden könnten. Die Landwirte wollten sich nicht grundsätzlich verweigern. Aber man müsse die Relation zum Flächenverlust im Auge behalten.

Und er hielt ein Zweistufenmodell für angebracht. Dabei sollen die betroffenen Grundstückseigentümer als Gemeinschaft mitentscheiden, wie investiert werden soll. Das sei sicher nicht immer einfach, und eine enge Abstimmung mit der Stadt sei notwendig. Im zweiten Schritt müsse entschieden werden, wie ein Windpark gemeinsam gestaltet und entwickelt werden sollte.

Der Vorsitzende der Genossenschaft „Bürger-Energie Sendenhorst & Albersloh“, Bernhard Borgmann, erklärte in der anschließenden Diskussion, dass sich die Genossenschaft ebenfalls über die Thematik informiert habe und sich auch weiter damit beschäftigen werde.

Die Stadt stehe der Windenergienutzung grundsätzlich positiv gegenüber, aber Endgültiges könne zurzeit noch nicht gesagt werden, erläuterte Bürgermeister Streffing. Das geschehe nur im Miteinander mit Bürgern und Betroffenen. Er bot allen an, sich bei der Stadt über den Stand der Planungen zu informieren. Die Studie zur Ausweisung von Eignungsbereichen sei auch im Internet nachzulesen.



03 · 02 · 12





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