Sendenhorster fasst Verwirrten nach Brandanschlag

Volksbank dankt für mutigen Einsatz


Die Bankvorstände Martin Weber und Paul-Ludwig Rosche bedankten sich bei dem Sendenhorster Alexander Wolf (2.v.re.) und Andreas Kramer. Foto:
Die Bankvorstände Martin Weber und Paul-Ludwig Rosche bedankten sich bei dem Sendenhorster Alexander Wolf (2.v.re.) und Andreas Kramer. Foto:
(Peter Schniederjürgen)


Sendenhorst/Ahlen - Den 29. Dezember werden der Sendenhorster Alexander Wolf und Andreas Kramer so schnell nicht vergessen. Die Männer befanden sich gerade in der Hauptstelle der Ahlener Volksbank, als ein vermutlich verwirrter Mann mehrere Brandsätzen in das Geldinstitut warf.

Am Donnerstagabend bedankten sich die Bankvorstände Martin Weber und Paul-Ludwig Rosche bei den beiden Männern, die den Brandstifter unmittelbar nach der Tat stellten und dingfest machten. „Wir haben den ganzen Vorgang nur von den Bildern der Überwachungskamera gesehen, erzählen sie doch mal“, bat Paul-Ludwig Rosche die aufmerksamen Männer.


„Meine Freundin wollte Geld ziehen und war am Geldautomaten. Ich stand im Raum vor den Schließfächern“, erinnerte sich Alexander Wolf. Der Sendenhorster hörte einen Knall und sah eine Flasche fliegen. Dann hörte er den Ruf: „Alle raus“.

Näher dran war Andreas Kramer. „Ich zahlte in der Halle Kleingeld in den Automaten ein, da hörte ich eine Mitarbeiterin ,Was machen sie da? rufen. Dann knallte es schon“, berichtete der 42-jährige Ahlener.

Schwarzer Rauch erfüllte blitzschnell die Schalterhalle, Kramer verließ schnellstens das Gebäude. Kaum draußen, sah er im dichten Rauch nur die Beine der Menschen, die aus dem Gebäude liefen.

Dazwischen erschien ein Paar Beine - daneben ein Werkzeug. „Das war der Täter. Neben sich zog er eine bestimmt einen Meter lange Schraubzwinge her“, schilderte der Ahlener Prozesstechniker den ersten Anblick des Brandstifters.

„Dann kam er direkt auf mich zu und schrie Mach Platz, als ich in Höhe des Promedia-Eingangs stand“, griff der Sendenhorster den Faden auf. Es ging blitzschnell. Der 24-jährige Verfahrenstechniker hörte eine Stimme „Das ist er“ rufen und packte zu. Für den stämmigen, 1,82 großen Mann war es kein großes Problem, den Brandstifter zu Boden zu bringen. Zusammen mit Alexander Kramer fixierte er den Attentäter. „Da war noch einer, der zog dem Brandstifter ein Messer aus der Hosentasche“, ergänzte der Ahlener.

Die Bankvorstände lauschten gebannt dem Bericht. „Wenn man sich überlegt, was in diesem wenigen Augenblicken - nach unser Messung lag die Dauer unter 30 Sekunden - alles passierte, können wir uns nur von Herzen bei Ihnen bedanken“, machte Martin Weber seinen Gefühlen Luft.

Auch Paul-Ludwig Rosche drückte seine Bewunderung für die schnelle Reaktion aus. „Durch Ihr selbstloses und beherztes Eingreifen haben Sie Schlimmeres verhindert“, so der Banker.

Besonders betonte er die Bedeutung, die von der Festnahme des Täters für die Mitarbeiter und Kunden ausging. Das Institut hatte gleich für die Beteiligten psychologische Hilfe organisiert, die auch von einigen in Anspruch genommen wurde. „Gerade dabei ist es wichtig, zu wissen, dass der Täter so etwas nie wiederholen kann. Durch Ihre Zivilcourage sind sie für uns die ,Männer des Jahres 2011“, schloss Rosche.



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