Volker Mehl kocht ayurvedisch

„Soul Food“ macht glücklich


Volker Mehl bereitete gemeinsam mit Christiane Büschken aus dem Publikum ayurvedische Häppchen zu, die sich die Gäste schmecken ließen.Fotos:
Volker Mehl bereitete gemeinsam mit Christiane Büschken aus dem Publikum ayurvedische Häppchen zu, die sich die Gäste schmecken ließen.Fotos:
(Anke Weiland)


Sendenhorst - Nein, Mehl ist kein Künstlername. Doch mit diesem Nachnamen kann man eigentlich nur Koch werden. Aber Volker Mehl ist mehr als nur Koch - er lebt nach der ayurvedischen Lebensweise, zu der eben auch eine achtsame Ernährung gehört.

Im Rahmen der „Politisch-kulturellen Wochen“ der VHS, die sich in diesem Jahr der indischen Kultur widmen, stellte er am Dienstagabend im Haus Siekmann sein Kochbuch „Koch dich glücklich mit Ayurveda“ vor.


Über einige Umwege habe er gemerkt, dass sein Talent mehr im kreativen Schaffen liege, stellte sich der sympathische junge Mann zu Beginn seinen Gästen vor.

Während der Ausbildung in Ayurveda „war es um mich geschehen“, erklärte er. Speziell die Ernährungslehre und die Kräuterheilkunde hätten es ihm angetan. Im ersten Teil der Veranstaltung erklärte er, was hinter Ayurveda, der „Wissenschaft vom Leben“, steckt. „Das Wichtigste ist die Erkenntnis, sich als Teil eines großen Ganzen zu sehen.“

Ayurveda sei keine Religion, sondern eine Lebensphilosophie. Das Leben wird als Zyklus betrachtet, in dem die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft neben vielen äußerlichen Eindrücken prägend sind.

Die Ernährung ist mit der Atmung die wichtigste Energiequelle. „Sie ist Ausgangspunkt für Gesundheit und Krankheit.“ Essen solle Körper und Seele stärken, in der Ayurveda stehen für jede der sechs Geschmacksrichtungen - süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb - auch sechs potenzielle seelische Zustände.

Essen und bestimmte Wirkungen von Gewürzen fungieren als emotionaler Ausgleich, die Seele reagiert darauf entsprechend. Ayurvedisches Essen ist also reines „Soul Food“. Wobei Volker Mehl die Lebensphilosophie auch durchaus pragmatisch anwendet: „Wenn ich mal Bock hab auf ´ne Ladung Pommes, dann ess ich sie auch - und das zu 100 Prozent und mit gutem Gewissen.“ Das könne in dem Moment durchaus gesund sein.

Auch Fleisch verbietet die ayurvedische Lebensweise nicht. Sie ist weder vegetarisch noch vegan. Dennoch: „Wir glauben, dass die Gewalt des Tötens und die Aggression des Schlachtens auf das Fleisch übergeht. Daher sollte man, wenn man Bock auf Fleisch hat, auf Hochwertiges zurückgreifen und es aufmerksam verarbeiten.“ Das sei eine Frage der Wertschätzung.

Wertschätzung und Achtsamkeit sind prägende Begriffe der ayurvedischen Küche. Denn „die Energie des Kochs geht aufs Essen über.“ Die Hinwendung zum Kochen sei also genauso wichtig wie die Zutaten. „Auch Bratkartoffeln können ayurvedisch sein.“

Der Körper und seine Bedürfnisse veränderten sich im Laufe des Lebens. Der Koch erklärte so die fünf Elemente in der Ayurveda (Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther) und deren Bedeutung für die drei Lebensenergien (Doshas). „Hundefutter gibt es für jede Rasse und jedes Alter. Bei unserem Essen gibt es das nicht.“ Ayurvedische Mahlzeiten hingegen bilden jede Geschmacksrichtung ab und sind so heilsam für jeden Seelenzustand.

Wie „Soul Food“ praktisch funktioniert, zeigte Volker Mehl anschließend. Aus Kichererbsenmehl, pürierten Zucchini, Paprika, Birnenstückchen, Chili und vielen exotischen Gewürzen wie Kardamom, Curry, Dal und Chakara (Palmherzenzucker) zauberte er im Nu knusprige Bratlinge mit Chutney. Die Gäste ließen sich nicht lange bitten und probierten gerne die überraschend leckeren Häppchen mit „Glücksgarantie“.



01 · 02 · 12





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