Himmelstöchter und Muttis Kinder singen bei "German Acapella"


Das sind die „Himmelstöchter“. Sie sind Semi-Profis aus Nordrhein-Westfalen und singen Jazz, Pop und Schlager.
Das sind die „Himmelstöchter“. Sie sind Semi-Profis aus Nordrhein-Westfalen und singen Jazz, Pop und Schlager.


Sendenhorst - Seine Motivation, mitzumachen, sei relativ einfach, sagt Bernd Gaßner. „Wir wollen bewusst einen Kontrapunkt setzen“, erklärt der Sendenhorster. Und wogegen? Zum einen „gegen das, was RTL und SAT 1 zur Verblödung der Gesellschaft beitragen“. Und zum anderen „Freude gegen die derzeit vielen ernsten Dinge in die Region bringen“.

Bernd Gaßner ist nicht nur einfach mit dabei, wenn vom kommenden Freitag bis Sonntag der „German Acapella-Bundescontest“ in Sendenhorst über die Bühne geht. Er ist Gastgeber der Veranstaltung, denn die geht im Studio und auf dem Gelände seiner Werbeagentur in der ehemaligen Molkerei am Osttor über die Bühne. „Hier wird alles auf den Kopf gestellt“, erklärt Mitorganisator Matthias Greifenberg. 30 Gruppen machen mit, die in den drei Kategorien Amateure, Semi-Profis und Profis an den Start gehen, wobei letzte rund ein Fünftel der Teilnehmer stellen.


Vorfreude gibt es auch beim Ausrichter, dem Chorverband NRW. „Es ist wirklich einmalig, was hier geleistet wird“, meint Klaus Levermann vom Chorverband, der gemeinsam mit Dr. Matthias Becker, Clemens Tewinkel und Alexander C. Ludwig der Jury angehört. Der Erfolg der Premiere von zwei Jahren in Sendenhorst habe den Chorverband darin bestätigt, der „Stadt der Stimmen“ dauerhaft diesen Wettbewerb zuzusprechen. Und das, obwohl weitere Interessenten mit durchaus klangvollen Namen gebe. Berlin und München zum Beispiel.

Und auch sonst hat sich der Wettbewerb auch über die Grenzen hinaus als einer herumgesprochen, zu dem man hin muss, wenn man als Gruppe acapella singt. „Eine Vokalgruppe aus Brasilien hat angefragt, ob die mitmachen kann“, berichtet Matthias Greifenberg. „Es ist durch diese Veranstaltung viel in Bewegung gekommen“, fügt Klaus Levermann an. Bei den Gesangsfestivals falle immer auch der Name Sendenhorst - und es werde die besondere Atmosphäre gelobt. Und so reisen „Die Bogarts“ - eine Profigruppe aus Berlin - oder „vorlaut“ - Halbprofis aus Baden-Würtemberg - und „Muttis Kinder“ gerne an.

Neben dem Wettbewerb, den am Freitag um 18 Uhr „Take Four“ aus Schleswig-Holstein eröffnet, treten die Gruppen auch ohne Wertung auf der offenen Bühne auf, die an jedem Tag aufgebaut wird. Denn die meisten Sänger werden das gesamte Wochenende in Sendenhorst verbringen. Die erste „Open Stage“ lädt am Freitag ab 16 Uhr zum Verweilen ein. Am Samstag und Sonntag starten der Wettbewerb jeweils um 11 Uhr, Einlass ist um 10.45 Uhr. Die Siegerehrung findet am Sonntag um 17 Uhr statt. Vorher gibt der Landesjugendchor eine Kostprobe seines Könnens.

Ein Highlight ist sicher auch „Sing around the ring“ am Samstagabend ab 19.30 Uhr. Dann werden Gruppen den besonders beleuchteten Promenadenring musikalisch in Szene setzen.Die Bühnen werden am Haus Siekmann, an der Neustraße, bei Voges und am alten Brennereiturm bei Bonse aufgebaut. Und natürlich gibt es wie bei jeder großen Musikveranstaltung auch eine After-Show-Party auf dem Festivalgelände.

Professionelle Bewirtung ist ebenfalls gewährleistet. dafür sorgen das Restaurant „Esszimmer“, das Haus Strohbücker, das Landhotel Bartmann, „Tafelschmitz“ und die „Titanic“.

Zu hören sein werden Jazz, Rock, Pop und Barbershop. In letzterer „Disziplin“ treten wie im vergangenen Jahr zum Beispiel die „Klangküsse“ an - und die sind soeben deutscher Meister geworden.

Neben den Gruppen, die sich in Landeswettbewerben qualifizieren mussten, haben zahlreiche Vertreter der musikalischen Szene aus ganz Deutschland ihr Kommen angekündigt. „Sendenhorst erhält die Chance, sich von seiner besten Seite zu zeigen“, sind sich auch deshalb die Beteiligten - zu denen auch Veka und die Sparkasse Münsterland Ost gehören - einig.

Für gutes Wetter haben die Veranstalter laut Wettervorhersage bereits gesorgt. Und vom Public Viewing auf dem Lambertiplatz zu „German Acapella“ ist es nach dem Spiel von Jogis Jungs gegen Serbien ja nicht allzu weit . . .

VON JOSEF THESING, SENDENHORST


15 · 06 · 10





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