Ronjas Herz schlug schneller


Ronja Schuchert lenkte den zweiten Sassenberger Hundeschlitten bei der Weltmeisterschaft in Norwegen und belegte am Ende einen respektablen 19. Platz unter 127 gestarteten Teams.Fotos:
Ronja Schuchert lenkte den zweiten Sassenberger Hundeschlitten bei der Weltmeisterschaft in Norwegen und belegte am Ende einen respektablen 19. Platz unter 127 gestarteten Teams.Fotos:
(Dietz)


Sassenberg - Eine ganz normale Familie sind die Schucherts aus Sassenberg bestimmt nicht. Das Besondere an ihr ist ihr Faible für Skandinavien, das Outdoor-Leben und die Schlittenhunde. Mit insgesamt 16 Alaskan Huskys in zwei Teams mit jeweils acht Hunden vor dem Schlitten sind die Sassenberger Schlittenhundesportler bei der ersten IFSS (International Federation of Sleddog Sports) Schlittenhunde-Weltmeisterschaft auf der Langdistanz (400 Kilometer) in Röros (Norwegen) angetreten. So wie ziemlich genau 1000 andere Schlittenhunde auch. Am Ende sprang Platz 18 und Platz 19 unter 127 gestarteten Hundeteams heraus. Anders ausgedrückt: Nur 136 Hunde waren vor den Sassenberger Huskys.

Aber damit noch nicht genug der Besonderheiten; denn Schucherts WM-Team Nummer eins wurde von Vater Bernhard Schuchert (IT-Manager, 53) pilotiert, das zweite Team von der Tochter Ronja Schuchert (Studentin der Tiermedizin, 22). Ein zweites Vater/Tochter-Pärchen gab es bei der WM nicht. „Und wird es wohl auch kaum geben.“ Sagt Bernhard Schuchert, der schon seit über zehn Jahren beim Femundlopet in Röros antritt, das in dieser Saison zum ersten Mal als Langdistanz-WM ausgetragen wird. Mutter Carola (52) und Ronjas Freund Max, komplettierten das WM-Team aus Sassenberg und waren für das Dog-Handling und das Transport- und Wohnmobil zuständig.


Für Ronja Schuchert war die Weltmeisterschft gleichzeitig eine Premiere. Die WM war ihr erstes Schlittenhunderennen. Aber unerfahren ist die 22-Jährige nicht. Vater Bernhard hat dem Veranstalter als Information über Ronja unter Erfahrung „22 Jahre“ angegeben. Schlittenhunde und Schlittenhunde-Touren gehören für die Tochter, genau so wie für den Sohn Florian (Wirtschaftsingenieur, 25) von Anfang an zu ihrem Leben. Die Schucherts besitzen seit Jahren ein Haus in der Nähe von Östersund (Schweden), wo die Hunde vor allem von Carola Schuchert ab Dezember - nach dem Herbst-Trockentraining in Sassenberg - auf Schnee trainiert werden.

„Ohne das gute Training der Hunde wären wir nicht konkurrenzfähig.“ Und Carola Schuchert meint, sie habe den besten Job von allen, wenn sie in Schweden das Training mit den Hunden genießt - ganz ohne Rennstress. Rennstress hatten die Schucherts „eigentlich nicht“ sagt Ronja. Aber deutlich schneller als üblich habe ihr Herz schon geschlagen, vor allem beim Start in Röros, wo im Minutentakt fast 130 Hunde-Teams hinausgefahren sind. Und fast hätte man sie vergessen. Die Nummer 197 ging mit 35 Sekunden Verspätung auf den Trail. „Einen wirklichen Nachteil hatten wir dadurch nicht. Bei Langdistanzrennen geht es vielleicht an der Spitze um Minuten, aber meist nicht um Sekunden, sondern eher um Stunden.“

Das Rennen hatte der erfahrene Schlittenhundesportler, der das Femundlopet in dieser Form bereits zum fünften Mal gefahren ist, perfekt eingeteilt. Beide Teams hätten ungefähr die gleiche Leistungsfähigkeit gehabt, er sei vorausgefahren, seine Tochter hinterher. Die Tochter habe ihre Aufgabe sehr gut gemacht, vielleicht bei den beiden Pflichtpausen etwas zu gut und zu tief geschlafen, meint Papa Schuchert mit einem Augenzwinkern.

Für die Schucherts ist die Saison mit der WM noch lange nicht zu Ende. Ein weiteres Langdistanzrennen wartet in diesem Winter noch in Norwegen auf sie und ihre Hunde. Und natürlich eine Schlittenhundetour zum Abschluss der Saison.



18 · 02 · 11





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
MÜNSTERLAND


© Ahlener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette