Dorfspeicher beschäftigt nicht nur Bröcker

Grüne gegen Anbau


Einen festen Anbau statt eines Zeltes wünscht sich der Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft für den Speicher. Die Grünen sind gegen die Maßnahme.Foto:
Einen festen Anbau statt eines Zeltes wünscht sich der Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft für den Speicher. Die Grünen sind gegen die Maßnahme.Foto:
(Reinker)


Ostbevern-Brock - An der Diskussion um einen geplanten Anbau für den Bröcker Dorfspeicher beteiligen sich jetzt auch Bündnis 90/Die Grünen. Wie Jochem Neumann berichtet, verfolgt die Fraktion das Vorhaben „mit Sorge“. Mehrere Gründe veranlassten die Grünen, einer Erweiterung nicht zuzustimmen.

„Grundlage für die finanzielle Machbarkeit ist ein zinsloser Kredit in Höhe von 70000 Euro seitens der Gemeinde. Über diesen muss innerhalb der Haushaltsberatungen entschieden werden. Der Kredit soll innerhalb von zehn Jahren getilgt und Zinsen sollen nicht gezahlt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.


Heinz Kock, Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, sieht es so: „Die Gemeinde hat ein Liquiditätsproblem. Sie kann es sich nur schwer leisten, zinslose Kredite in dieser Größenordnung zu vergeben. Die auch in der Presse beschriebene hauptsächliche Nutzung des Speichers widerspricht unserer Ansicht nach dem Zweck der Gemeinnützigkeit, da er mit Anbau zu weiten Teilen über die Vermietung an Mitglieder für private Feierlichkeiten refinanziert wird.“ Um eine Refinanzierung zu gewährleisten, müsse der Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft versuchen, den Speicher noch weiter zu kommerzialisieren.

Fraktionssprecher Jochem Neumann: „Sehr gut können wir die Bedenken verschiedener Bröcker Bürger nachvollziehen, die glauben, dass die ursprünglich genannten Aufgaben des Vereins wie die Förderung der Dorfgemeinschaft und die Pflege des heimischen Brauchtum den tatsächlichen Gegebenheiten nicht entsprächen. Eine zu große Kommerzialisierung steht einer geringeren Förderung der Dorfgemeinschaft gegenüber.“

Auch der Lärmschutz - ebenfalls von Anwohnern und Mitgliedern des Vereins angesprochen - werde nach Ansicht der Grünen nicht ausreichend berücksichtigt. Zwar werde sich die Situation durch einen festen Anbau anstelle eines Zeltes verbessern. Gleichzeitig steige aber auch die Nutzungsfrequenz und die Zahl der Feierlichkeiten deutlich an.

„An sommerlichen Abenden ist es sicher nicht zu verhindern, dass Gäste sich im Freibereich aufhalten werden“, sagt Werner Stratmann, Mitglied im Umwelt und Planungsausschuss. „Wir werden mit den Kritikern des Bauvorhabens Kontakt suchen und uns gegen eine Erweiterung des Speichers aussprechen“, ergänzt Ratsmitglied Uwe Stöcker.



01 · 02 · 12





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