Viehhändler sitzt in U-Haft

Hier hat der Überfall auf den Viehhändler stattgefunden.
Hier hat der Überfall auf den Viehhändler stattgefunden.
(Foto: Jürgen Peperhowe)


Kreis Warendorf - Der Inhaber einer Vieh- und Fleischhandlung in Ennigerloh, sitzt seit gestern Morgen in Untersuchungshaft. Laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Münster soll der 57-Jährige einen Mord in Auftrag gegeben haben.

Nach Informationen unserer Zeitung machte der Viehhändler einen 44-jährigen Konkurrenten aus Südkirchen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Unternehmens verantwortlich und wollte ihn töten lassen.


Der missglückte Mordanschlag ereignete sich am 11. November 2008. Der 44-jährige Viehhändler wurde auf einem Wirtschaftsweg bei Südkirchen von einem Autofahrer angehalten und nach dem Weg gefragt.

Wie später ermittelt wurde, handelte es sich bei dem nachfragenden Autofahrer um den 36-jährigen Polen, der den Mord ausführen sollte. Während der 44-Jährige den Weg erklärte, schoss der Täter mit einer kleinkalibrigen Pistole aus nächster Nähe zwei Mal gezielt auf den Kopf des Opfers.

Trotz seiner Verletzungen im Hals- und Kopfbereich konnte der Mann den flüchtenden Täter zunächst verfolgen. Weil der Viehhändler zu stark blutete, musste er die Verfolgung aber aufgeben. Im Krankenhaus wurden dem Südkirchener später zwei Projektile aus dem Kopfbereich entfernt.Er konnte nach einigen Tagen stationärer Behandlung entlassen werden.

Das Tatfahrzeug war nach Angaben der Polizei von mehreren Zeugen bereits vor der Tat beobachtet worden. Ein Zeuge hatte sogar das Kennzeichen notiert.

Der 36-jährige Schütze war nach der Tat nach Polen geflüchtet. Dort wurde er in Kattowitz festgenommen. Staatsanwaltschaft und Mordkommission war schnell klar, dass es sich bei dem Anschlag auf den Viehhändler um ein Auftragsdelikt handeln musste.

Nach der Festnahme des 36-Jährigen in Polen meldete sich ein 40-jähriger, aus Bosnien stammender Zeuge bei der Mordkommission. Er hatte den Polen 2007 in Lüdenscheid kennen gelernt. Mit ihm zusammen habe er im Sommer 2007 in Dortmund bei einem türkischen Lebensmittelladen versucht, ausstehende Forderungen des 57-Jährigen Vieh- und Fleischhändlers aus Ennigerloh einzutreiben. Dabei gab es erste Anzeichen, dass es auch noch einen Auftrag im Bereich Südkirchen geben könnte.

Regelmäßige Kontakte zwischen dem 36-jährigen Schützen und dem 57-jährigen Vieh- und Fleischhändler können belegt werden. Dabei war das Telefonverhalten des 36-jährigen Polen sehr konspirativ. Laut Polizei dienten einige SIM-Karten ausschließlich für Kontakte zu Grundkötter.

Unmittelbar nach der Tat solle der 37-Jährige seinen Auftraggeber benachrichtigt haben. Am Folgetag trafen sich die beiden dann in der Nähe von Dortmund, bevor der 37-Jährige seine Flucht nach Polen fortsetzte.

„Es ergibt sich dringender Tatverdacht gegen den 57-Jährigen, Auftraggeber des versuchten Mordes an dem 44-jährigen Viehhändler aus Südkirchen zu sein“, informierte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer.

VON BEATE KOPMANN, WARENDORF

05 · 03 · 09



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