Kinder kennen Ramadan und Fastenzeit

Weihbischof Dr. Josef Voß: „Religionsfreiheit, die wir für uns in Anspruch nehmen, gestehen wir auch anderen zu.“
Weihbischof Dr. Josef Voß: „Religionsfreiheit, die wir für uns in Anspruch nehmen, gestehen wir auch anderen zu.“


Kreis Warendorf. „Können wir in katholischen Kindergärten mit den Kindern über den islamischen Fastenmonat Ramadan sprechen?“, wollte eine Erzieherin von Weihbischof Dr. Josef Voß wissen. Der nickte. „Ja sicher. Aber ich wünsche mir, dass Sie ihnen auch die Fastenzeit erklären.“

Das Beispiel verdeutlichte, worum es den Seminarteilnehmern in der LVHS Freckenhorst ging. 24 Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen werden hier zu Integrationsbegleitern qualifiziert. Träger des Projektes ist der Kreis- Caritasverband. Die Teilnehmer arbeiten auch in städtischen oder freien Einrichtungen. Das Projekt läuft noch bis zum 31. Juli und umfasst verschiedene Studientage.



24 Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen im Kreis qualifizieren sich zu Integrationsbegleitern.Fotos: Kopmann
24 Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen im Kreis qualifizieren sich zu Integrationsbegleitern.Fotos: Kopmann


Barbara Klein-Reid (Caritas) freute sich, Weihbischof Dr. Josef Voß als Referenten begrüßen zu können. Denn Voß kam als Fachmann in Sachen Integration. Der Regionalbischof für Coesfeld und Recklinghausen beschäftigt sich im Auftrag der deutschen Bischöfe seit vielen Jahren mit der Arbeit für und mit Migranten. Aus dieser Erfahrung heraus überblickt Voß verschiedene Etappen der Integration. „Als es nur deutsches Fernsehen gab, haben die ausländischen Kinder besser Deutsch gelernt“, gibt der Kirchenmann eine praktische Erklärung.

Deutschland sei ein Einwanderungsland. Deswegen müssten die Migranten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Vier Punkte sind dem Weihbischof wichtig: wechselseitige Anerkennung, Beherrschung der deutschen Sprache, Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben.

„Die interkulturelle Öffnung geht weiter als die interreligiöse“, erläuterte Voß. Schließlich gebe es auch Christen aus dem Irak oder Afrika. Sie hätten einen ganz anderem kulturellen Hintergrund.

Von den Migranten erwarte er, dass sie die deutsche Rechtsordnung akzeptierten. Kein Problem hat der Weihbischof mit Islamunterricht. Im Gegenteil. „Was wir für uns als Religionsfreiheit in Anspruch nehmen, das gestehen wir natürlich auch anderen zu.“ Die Umsetzung sei deswegen schwierig, weil sich die muslimischen Vereine untereinander nicht einig seien.

VON BEATE KOPMANN, WARENDORF

18 · 02 · 09






TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:


© Ahlener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette