Vertrauen braucht Zeit

Bürgermeister, Dr. Karl-Uwe Strothmann und Ayse Tüney-Gülmez verdeutlichten, wie wichtig es ist, den Integrationsprozess voranzutreiben. Foto:
Bürgermeister, Dr. Karl-Uwe Strothmann und Ayse Tüney-Gülmez verdeutlichten, wie wichtig es ist, den Integrationsprozess voranzutreiben. Foto:
(Eickmeier)


Beckum - „Das Thema Integration ist sehr vielschichtig und ich freue mich, dass sich in Beckum eine Selbsthilfegruppe für die Integration von Migrantinnen gegründet hat, die zeigt, dass Interesse daran besteht, sich zu integrieren“, erklärte Beckums Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann bei einem Treffen mit Migrantinnen und deren Vorsitzender, Ayse Tüney- Gülmez. Beckums erster Bürger appellierte an die Frauen, dass sie sich nicht entmutigen lassen sollen, da die meisten Menschen offen sind für Migranten. „Wir werden immer mehr eine multikulturelle Gesellschaft und es sind in Deutschland Fehler gemacht worden und sicherlich auch hier in Beckum“, so Strothmann, der den richtigen Ansatz darin sieht, dass die Frauen anderer Nationen informiert sein müssen und wissen müssen, wie das deutsche Sozial- und Gesellschaftssystem aufgebaut ist und auch wie eine Kommune funktioniert.

Diese Voraussetzungen sind in seinen Augen wichtig, um für die hier aufwachsenden Kinder das Bestmögliche zu erreichen. „Wir müssen breiter und gezielter schulen, damit Multiplikatoren mitwirken können“, so der Bürgermeister, der das Ganztagsangebot der Grundschulen als eine Chance für Integration sieht. „Sie müssen uns ihre Sichtweise sagen“, forderte er auf.


Herbert Essmeier von der Stadt Beckum stellte heraus, wie wichtig es sei, dass Migrantinnen die Angebote wahrnehmen, die deutsche Sprache zu lernen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Beckum, Vera Pawelzik, plant in diesem Jahr eine Kirchen- und eine Moschee-Besichtigung anzubieten und auch auf die Hintergründe einzugehen. Daneben soll eine Stadtführung über die Heimatgeschichte informieren. Zum Arbeitskreis Integration gehören in Beckum mehrere Arbeitsgruppen, unter anderem eine interreligiöse Begegnung, Sprachförderung, die Frauenintegrationsgruppe und eine gesellschaftliche Integrationsgruppe, in denen sich die Leiterin der Migrantinnen-Selbstorganisationsgruppe, Ayse Tüney-Gülmez, engagiert.

„Unsere Gruppe hat den Namen ,Ankommen und möchte Brücken bauen zwischen den Kulturen“, so die engagierte Frau. „Bis die einzelnen Menschen Vertrauen gewinnen, ist es ein langer Prozess der Integrationsarbeit“, weiß sie und verdeutlichte, wie wichtig es ist, gerade in Sachen Bildung die Migrantinnen zu unterrichten, welche verschiedenen Schulsysteme es in Deutschland gibt. In einer regen Diskussion forderten die Frauen Näh- und Kochkurse, Nachhilfe für Kinder der Klassen fünf und sechs sowie die muttersprachlichen Unterricht.

» Interessierte können sich bei weiteren Fragen an Ayse Tüney- Gülmez wenden unter

' 0 25 21 / 2 81 06.


23 · 04 · 09



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