Auf Nummer sicher gehen


Die Planung für das Mischgebiet gegenüber des Deutschen Milchkontors ist noch nicht durch. Der Planbereich soll nun größer gefasst werden, um den Charakter deutlicher zu machen. Foto:
Die Planung für das Mischgebiet gegenüber des Deutschen Milchkontors ist noch nicht durch. Der Planbereich soll nun größer gefasst werden, um den Charakter deutlicher zu machen. Foto:
(Meyer)


Everswinkel - In der Gemeindeverwaltung wähnt man sich auf der sicheren Seite, will aber ganz auf Nummer Sicher gehen. Und deshalb wird die Mischgebietsplanung an der Münsterstraße noch einmal überarbeitet, geht noch einmal in die Offenlegung - es ist dann die dritte. Dies allein zeigt schon, dass die Bebauungsplanänderung „Gewerbegebiet Molkerei“, die dem Deutschen Milchkontor eine Potenzialfläche für ein weiteres Verwaltungsgebäude eröffnen soll, keine so leichte ist. Nachdem sich die in erster Line betroffene Familie Fögeling bei ihrer Einwendung gegen die Planung bereits anwaltlicher Hilfe bedient hatte (die WN berichteten), gehen Verwaltung und Politik die Sache noch sensibler an.

Die Gemeinde habe die Sache noch einmal überprüfen lassen und könne die Rügen bzw. beklagten Planungsmängel „größtenteils zurückweisen“, zeigte Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher im Planungsausschuss auf. Aber: „Wir sollten noch etwas nachbessern“, um dann mit einem geänderten Plan völlig rechtssicher und nicht angreifbar zu sein. Bürgermeister Ludger Banken wurde dann noch deutlicher: „All das, was der Anwalt vorgebracht hat, ist bis auf zwei Punkte widerlegt worden.“ Und dies seien einerseits die Erkenntnis, das Mischgebiet noch stärken zu müssen, andererseits die Tatsache, dass bei der Offenlegung ein Unterlagen-Ordner an einem Tag nicht mit den anderen Ordnern auf dem bereitgestellten Tisch gestanden, sondern sich im angrenzenden - öffentlich zugänglichen - Büro befunden habe. Mitunter geht es in solchen Fällen also auch um Kleinigkeiten. „Wir sind interessiert, eine einvernehmliche Lösung hinzubekommen“, betonte Banken. Die „Stärkung des Mischgebietes“ soll nun über eine Ausweitung des Änderungsbereiches erfolgen. Im Ergebnis wird das bebaute „Dreieck“ zwischen Münster- und Westerstraße noch mit einbezogen.


Planer Dirk Tischmann stellte in der Sitzung erneut die „besondere Bedeutung des Mischgebietes in seiner Zwischenlage zwischen Wohngebiet und Industriegebiet“ heraus. „Und so wird auch ein Schuh aus diesem Projekt. Das ist genau das, was der Gesetzgeber will: eine Nachverdichtung in solchen Bereichen.“ Es werde kein Bereich neu überplant, sondern man greife ein vorhandenes Gebiet aus dem alten plan auf und erweitere die Nutzung.

Die Kommunalpolitik liegt ebenso auf dieser Wellenlänge. „Es ist genau und intensiv dargelegt worden, dass es die richtige Planung an der richtigen Stelle ist“, zog Bernd Schulze Zurmussen ein Fazit für die CDU-Fraktion und sprach bei jenem Bereich von „Scharnier“ und „Schutzfunktion“, schließlich würde ein neues Verwaltungsgebäude gegenüber dem Gewerbegebiet „für die Anwohner eher ein Segen sein“. FDP-Fraktionssprecher Peter Friedrich erklärte, „es muss für uns von größter Bedeutung sein, dass sich das größte Unternehmen vor Ort entwickeln kann.“ Friedrich, der die Abschirmungsfunktion des neuen Gebäudes für das dann dahinter liegende Wohngebiet ebenfalls hervorhob, sprach sich indes ebenso wie Schulze Zurmussen dafür aus, weiterhin Konfliktbewältigung zu betreiben und mit den Anwohnern im Gespräch zu bleiben. SPD-Fraktionsführer Wolfram Kötting sprach von einem „ganz, ganz wichtigen Projekt für Everswinkel“. Die Ausweitung des Plans bezeichnete er als sinnvoll, weil sich dadurch auch wirtschaftliche Möglichkeiten für die Leute ergeben könnten, die dort wohnen. „Wir haben keine andere Chance, als das so zu machen. Wir würden uns versündigen für die Gemeinde, wenn wir es nicht machen würden.“

Wie groß die Sünde wäre und wie wichtig der Bereich für das Deutsche Milchkontor ist, bleibt indes im Nebel. Auf eine erneute Nachfrage der WN erklärte DMK-Unternehmenssprecherin Godja Soennichsen, dass es im Hinblick auf das Werkstrukturkonzept „keinen neuen Stand“ und es ebenso derzeit keinen Bedarf an einem solchen zusätzlichen Verwaltungsgebäude gebe.

VON KLAUS MEYER, WARENDORF


04 · 02 · 12





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