Everswinkel - Er ist gefallen, der letzte Vorhang des 35. plattdeutschen Theaterstücks „De nackte Fensterputzer“. Die heiter-turbulente Geschichte der Kolping-Spielschar rund um Familie Brunner und ihre drei Zeitungs-Annoncen begeisterte Jung und Alt. Ein männliches Aktmodell, ein Fensterputzer und ein Heiratskandidat sorgten für reichlich Verwirrung, amüsante Verwechslungen und auch Action auf der Bühne.
Am Ende ist es Putzfrau Rosi Schmitz, die den Missverständnissen ein Ende bereitet und anhand von Visitenkarten und ein paar Telefonanrufen alles aufdeckt. Spätestens als Mutter Angelika Lauenstein ihren langjährigen Freund vorstellt, hat sich das mit dem Heiratskandidaten sowieso erledigt. „Wat `ne verrückte Familie“, staunt da die Fürsorgerin des Jugendamtes nur noch und bringt damit das ganze Geschehen auf den Punkt. Und Putzfrau Rosi braucht erst mal einen Schnaps: „Prost auf den nackten Fensterputzer“, lauten die letzten Worte, bevor der Vorhang fällt.
„Insgesamt ist es sehr gut gelaufen“, freut sich Lutz Stuppe, dem einmal mehr die Gesamtleitung unterlag und der ein positives Resümee zog. Mehr als 1 000 Zuschauer besuchten die fünf Vorstellungen der passionierten Laienspieler unter der Regie von Hans Glose. „Wir hatten noch wesentlich mehr Besucher als im vergangenen Jahr.“ Eine steigende Tendenz, die vielleicht auch daher rühre, dass viele Vereine in der Umgebung keine plattdeutschen Theaterstücke mehr spielten. „Besonders viele auswärtige Gäste hatten wir in diesem Jahr“, betont Stuppe und hebt dabei die Grevener Gruppe - bestehend aus Kolpingsfamilie und Gesangsverein - hervor. „Rund 60 Leute sind das. Das ist schon toll.“ Super auch, dass die letzte Vorstellung am vergangenen Sonntag praktisch ausverkauft gewesen ist.
„Alle Schauspieler haben hervorragend gespielt“, unterstreicht der Spielleiter, der sich bei allen Sponsoren bedankt, besonders bei der Firma Uennigmann für den Transport-Lkw und bei Heppelmann für den Eintrittskartenverkauf. Bleibt am Ende diee traditionelle Frage, ob es im nächsten Jahr eine Neuauflage gibt. „Da gehe ich mal von aus“, schmunzelt Stuppe.