Jeder Dritte wechselt zum Gymnasium


184 Viertklässler wechselten im Jahr 2010 auf eine weiterführende Schule. In etwa jeder dritte dieser Schüler entschied sich für das Gymnasium.Foto:
184 Viertklässler wechselten im Jahr 2010 auf eine weiterführende Schule. In etwa jeder dritte dieser Schüler entschied sich für das Gymnasium.Foto:
(dpa)


Drensteinfurt - Ein Jahr vor ihrem möglichen - und bei ihrer Gründung vor gut neun Jahren so rasch wohl nicht erwarteten - Ende steuert die Drensteinfurter Realschule auf einen Anmelderekord zu. Bislang wurden für das Schuljahr 2011/12 101 Kinder angemeldet - 24 mehr als im Vorjahr (WN berichteten). Was bedeutet, dass die Realschule, die im Fall der Genehmigung des Gemeinschaftsschulprojekts ab 2012 nur noch im „Auslaufbetrieb“ weiter existiert, erstmals vierzügig unterrichten wird.

Eine Entwicklung entgegen dem langjährigen Landestrend, wie der jüngsten Veröffentlichung des „Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ zu entnehmen ist. Demnach wechselten im vergangenen Sommer mit 47 523 Grundschulabsolventen 4,4 Prozent weniger Schüler auf eine Realschule als im Sommer 2009. Einen noch deutlicheren Rückgang verbuchten die Hauptschulen, die ein Minus von zehn Prozent verzeichneten. Nur noch 12,7 Prozent der insgesamt 67 462 Grundschulabsolventen wechselten im Sommer 2010 auf eine Hauptschule. Die Anmeldezahlen der Gymnasien blieben dagegen mit einem leichten Minus von 1,3 Prozent weitgehend konstant. Der Gymnasialanteil an den Fünftklässlern lag 2010 landesweit bei 39,3 Prozent.


In Drensteinfurt liegen für das kommenden Schuljahr bislang 31 Anmeldungen für die Hauptschule vor. Da die Stadt zudem mit weiteren Nachmeldungen rechnet, wird an der Hauptschule wohl auch weiterhin durchgehend zweizügig unterrichtet.

Trotzdem ist auch in Drensteinfurt eindeutig ein Trend weg von der Hauptschule zu erkennen. Denn lag der Anteil der Fünftklässler, die nach der Grund- zur Hauptschule wechselten, im Jahr 2000 noch bei 25,9 Prozent, so betrug er zehn Jahre später nur noch 15,8 Prozent.

Der zehnprozentige Rückgang ging aus statistischer Sicht auf das Konto der Realschule, die zwischen 2000 und 2010 einen Anstieg des Schüleranteils an den Übergängern von 29,6 auf 38,6 Prozent verzeichnete. Von den insgesamt 184 Grundschulabsolventen wechselten im vergangenen Sommer 71 auf die Realschule.

Leicht rückläufig war in der vergangenen Dekade dagegen die Zahl der Schulübergänger aufs Gymnasium. Ihr Anteil reduzierte sich von 41,8 Prozent (79 Schüler) im Jahr 2000 auf 35,3 Prozent (65 Schüler) im Jahr 2010.

Wenn auch in absoluten Zahlen von eher geringer Bedeutung, so verbuchte die Gesamtschule im abgelaufenen Jahrzehnt prozentual gesehen einen wahren Boom. Ihr Anteil an den Anmeldungen stieg von 2,6 Prozent (fünf Schüler) im Jahr 2000 auf 9,8 Prozent (18 Schüler) im Jahr 2010.

Was die Zahl der Fünftklässler insgesamt anbelangt, so blieb sie in den vergangenen zehn Jahren nahezu konstant. 2000 wechselten 189 Viertklässler auf eine weiterführende Schule, zehn Jahre später waren es 184.

Ein Trend, der so jedoch nicht weiterlaufen wird. „In den Folgejahren ist auch in der Stadt Drensteinfurt vor dem Hintergrund der allgemeinden demografischen Entwicklungen ein starker Rückgang der Schülerzahlen im Bereich der Grundschulen und der weiterführenden Schulen bereits absehbar“, erklärt Schulamtsleiter Gregor Stiefel anhand konkreter Zahlen. Denn wenn im kommenden Sommer 129 Viertklässler der Kardinal-von-Galen-Grundschule auf eine weiterführende Schule wechseln, werden im Gegenzug nur noch 92 Erstklässler nachrücken - ein Minus von 37 Schülern oder rund 28 Prozent.

VON DIETMAR JESCHKE, DRENSTEINFURT


10 · 03 · 11





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