Tipps vom Schornsteinfeger

Wenn alle Schlote rauchen:
Kaminbrände haben Saison


Schornsteinfegermeister Daniel Söhndel rät zu regelmäßiger Reinigung der Schornsteine.
Schornsteinfegermeister Daniel Söhndel rät zu regelmäßiger Reinigung der Schornsteine.
(Foto: Christian Wolff)


Ahlen - Hartruß und Glanzruß sind die große Gefahr. Sie setzen sich in Abgasrohren und Schornsteinen ab. Zu viel davon - und ein Kaminbrand ist unausweichlich. „Jetzt ist wieder Saison“, sagt Schornsteinfegermeister Daniel Söhndel. Gerade bei eisigen Temperaturen im Winter seien so gut wie alle Kamine in Betrieb - die Wahrscheinlichkeit eines Kaminbrands erhöht.


Ausführliche Berichterstattung in der Donnerstagsausgabe der „Ahlener Zeitung“.

Was tun? Der Fachmann rät zu regelmäßiger Reinigung der Schornsteine. „Das Problem ist, dass sich Hart- und Glanzruß nicht so ganz einfach abkehren lassen. Sie gehen eine enge Verbindung mit den Steinen des Kamins ein. Wartet man zu lange mit der Reinigung, ist meistens ein Kaminbrand die Folge.“ Wenn nämlich Glut durch einen starken Schornsteinzug in eines der Verbindungsstücke oder den Schornstein selbst hineingetragen wird, entzündet diese dort den Ruß. „Gerade die Verbindungsstücke werden oft unterschätzt. Viele Leute lassen nur den Kamin selbst reinigen, um Kosten zu sparen. Dabei können sich in den Rohren so viele Ablagerungen sammeln, dass sie innerhalb von einer Heizsaison bis zur Hälfte zusitzen können“, weiß der Schornsteinfeger.


In den vergangenen Wochen ist auch die Ahlener Feuerwehr mehrfach zu Einsätzen gerufen worden, bei denen Schornsteine Probleme machten. Am Alten Postweg war sogar zweimal dasselbe Haus betroffen (die „AZ“ berichtete). Ganz wichtig dabei ist: Nie mit Wasser löschen. „Manche tun das reflexartig, das habe ich alles schon erlebt. Da ein Liter Wasser schlagartig zu 1700 Liter Wasserdampf umgewandelt werden kann, kann der Schornstein durch den großen Druckanstieg schwer beschädigt werden und eventuell auch explodieren.“

Bei der Befeuerung ist ebenfalls Vorbeugung möglich, erklärt Daniel Söhndel. „Am besten ist immer trockenes Holz, naturbelassen. Wenig Papier und eine hohe Feuerraumtemperatur senken die Gefahr von hartnäckigen Ablagerungen.“

Und noch ein Tipp: „Es ist immer gut, wenn noch eine Flamme sichtbar ist. Ein Kaminfeuer sollte möglichst nicht nur so vor sich hinglimmen. Ich rate meinen Kunden deswegen, die Sauerstoffzufuhr nicht so weit herunterzudrehen.“ Das habe zwar den Nachteil, dass man öfter Holz nachlegen muss, aber letztlich spart es Kosten für die Reinigung und senkt die Brandgefahr.

VON CHRISTIAN WOLFF, AHLEN


08 · 02 · 12





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