Stadtwerke errichten erste Elektrotankstelle im Kreis


Die erste Elektrotankstelle im Kreis Warendorf wollen die Stadtwerke Ahlen am 23. September an der Industriestraße in Betrieb nehmen.
Die erste Elektrotankstelle im Kreis Warendorf wollen die Stadtwerke Ahlen am 23. September an der Industriestraße in Betrieb nehmen.
(Foto: Peter Harke)


Ahlen - Einen ganzen Tag nahmen sich die Mitglieder des Aufsichtsrates der Stadtwerke Ahlen GmbH am Mittwoch Zeit, um intensiv über die künftige strategische Ausrichtung des kommunalen Energieversorgungsunternehmens zu beraten. Aber das hat sich auch gelohnt, findet Hans Jürgen Tröger. Der Stadtwerke-Geschäftsführer teilte auf Anfrage der „AZ“ eine Reihe von konkreten Ergebnissen der Mammutsitzung mit.

„Wir werden uns in nächster Zeit verstärkt dem Thema Erneuerbare Energien widmen“, kündigt Tröger an. So ist bereits für den 23. September die Inbetriebnahme der ersten Elektrotankstelle im Kreis Warendorf terminiert. Die Ladestation für alle Arten von Elektrofahrzeugen ist in den vergangenen Wochen am Rand des Stadtwerkegeländes an der Industriestraße im Abzweig zur Zeppelinstraße eingerichtet worden. Sie soll von der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes gespeist werden. „Das ist echter grüner Strom“, sagt Hans Jürgen Tröger. Zwar gibt es in Ahlen und im Kreis bisher nur eine Handvoll Elektroautos, doch der Stadtwerkechef denkt vorausschauend: „Einer muss ja den ersten Schritt machen.“ Zudem wollen die Stadtwerke selbst einige Elektroroller, E-Bikes und Segways anschaffen und diese vermieten. Tröger ist überzeugt, dass die Nachfrage nach solchen umweltfreundlichen Fahrzeugen bald spürbar zunehmen wird.


Fördern wollen die Stadtwerke auch den weiteren Ausbau der Solarenergie, so sollen laut Tröger schon im nächsten Jahr „mindestens“ zwei „Bürger-Photovoltaikanlagen“ in Ahlen errichtet werden. Ein Angebot für Hauseigentümer oder auch Mieter, die entweder über keine geeignete Dachfläche oder nicht ausreichend finanzielle Mittel für eine eigene Anlage verfügen. Diese können dann in Form von Zertifikaten Anteile an einer Gemeinschaftsanlage erwerben und bekommen den Erlös über einen „Umweltbonus“ bei ihrer Strom- und Gasrechnung vergütet. Als mögliche Standorte hat Tröger stadtwerkeigene Lagergebäude im Sinn oder auch das geplante neue Hallenbad. Freianlagen auf der „grünen Wiese“ könnte er sich ebenfalls vorstellen.

Damit nicht genug: Eine mögliche Beteiligung an Off-shore-Windparks oder auch der Bau und Betrieb einer Biogasanlage sind für Hans Jürgen Tröger ebenfalls keine Utopien, sondern durchaus reale Optionen. Die allerdings zunächst gründlich auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen wären. Ein zweites Bosenberg-Fass will Tröger sicher nicht aufmachen. „Man braucht einen exzellenten Standort, der nicht so problembehaftet ist, und natürlich Partner. Es muss alles passen.“

VON PETER HARKE, AHLEN


03 · 09 · 10





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