Rallye-Veranstalter Stephan Lützenkirchen und Lars Döhmann und (stehend v.l.) begrüßten einige Teams am Kontrollpunkt „Pängel-Anton“Foto: (Peter Schniederjürgen)
Tönnishäuschen / Enniger - Auch den hartgesottenen Automobilfreunden setzte der erste Tag der Oldtimer-Zuverlässigkeitsfahrt „2000 Kilometer durch Deutschland“ mächtig zu. Brütende Hitze ließ selbst das Fahren im offenen Wagen nicht mehr als reines Vergnügen durchgehen.
„Ohne Kappe hast du nach 30 Kilometern einen weichen Keks“, stöhnte ein Pilot der historischen Fahrt. Es ging von Hannover über Hagen und Hamm durch Ahlen zur Durchfahrtskontrolle am alten WLE-Bahnhof Tönnishäuschen, genannt „Pängel-Anton“. Das Tagesziel war Harsewinkel.
Bei der Zuverlässigkeitsfahrt werden auf verschiedenen Strecken etwa 2000 Kilometer kreuz und quer durch das Land gefahren. „Es freut uns, dass wir in diesem Jahr diese schöne Route durchs Münsterland mit seiner super aktiven Oldtimer-Szene legen konnten“, sagte der Organisator der Tour, Stephan Lützenkirchen. Er bedankte sich besonders beim Betreiber der Gastronomie des früheren Bahnhofs, Helmut „Bobob“ Siebel. An der Durchfahrtskontrolle, einer der zahlreichen Stationen der Strecke, mussten sich die Teams einen Stempel auf der Streckenkarte abholen. Das „Pängel-Anton“-Team - vertreten durch Udo Greive, Heinrich Jächter und Rolf Marquard - stempelte nicht nur, es gab auch Wasser für die sichtlich erhitzten Fahrerteams. „Das tut gut“, seufzte der Insasse des ältesten Autos der 50 Teilnehmer, ein Hanomag Typ 2/10 „Kommissbrot“. Das kleine Cabrio von 1927 erreichte den Kontrollpunkt am Szenelokal als erstes. Trotz der brütenden Hitze hielt der Einzylindermotor mit seinen 500 Kubikzentimetern Hubraum und zehn PS, die dem Winzling zu einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 Stundenkilometern verhalf, tapfer durch.
„Das ist schon eine enorme Belastung für die alten Maschine. Bei der Temperatur wird das Öl so dünn, dass es sich überall durch presst“,, erklärte Lars Döhmann, ebenfalls einer der Organisatoren. Sie ließen ihre Teams nicht allein. Immer wieder tauchte der orangefarbene Mercedes der Organisatoren auf.
Natürlich gabs neben einem Vorauswagen ein technisches Begleitfahrzeug. Nicht lange nach dem kleinsten, dem „Kommissbrot“, rollt der größte Teilnehmer auf die Kontrolle zu: Ein Bus vom Typ „Setra S9“, Baujahr 1959. Das „Kässbohrer-Setra“-Team, Udo Sürig und Werner Maier aus Neu-Ulm nahm die Strecke unter die großen Räder. Die über 50 Fahrzeuge waren in sechs Klassen eingteilt. Klasse I: die teilnehmenden Motorräder. In der Klasse II: Autos der Vorkriegszeit, 1927 bis 1939; sechs Starter. Die frühen Nachkriegsautos, von 1946 bis 1960, fuhren in der Gruppe III. Die Klasse IV umfasste Autos von 1961 bis 1969; Klasse V: die 70er bis 79er und ab Baujahr 1980 startet Klasse VI. „Im kommenden Jahr werden wir von Hannover aus den Süden der Bundesrepublik erkunden“, kündigte Lützenkirchen an.