Was für ein Zirkus: Der Winter hat „Las Vegas“ fest im Griff


Heu ist zurzeit schwer zu bekommen, erklären Tamara Weisheit und Giuliano Köllner. Den Zirkus stellt der Winter auf eine harte Probe.Fotos:
Heu ist zurzeit schwer zu bekommen, erklären Tamara Weisheit und Giuliano Köllner. Den Zirkus stellt der Winter auf eine harte Probe.Fotos:
(Peter Schniederjürgen)


Ahlen - Das Wetter beeinflusst zurzeit jede Bewegung. Ganz besonders die des Zirkus „Las Vegas“. Der ist auf dem Paul-Rosenbaum-Platz buchstäblich angefroren. Während ein Teil der Zirkusleitung des Traditionsunternehmens „Weisheit-Köllner“ auf der Suche nach neuen Gastspielorten ist, hoffen die in Ahlen gebliebenen Mitarbeiter auf einen Wetterumschwung. „Unser Zelt und viel Ausrüstung ist richtig festgefroren“, sagt Tamara Weisheit, die das Nachkommando leitet.

Für die Artisten und Hilfskräfte des Unternehmens ist es ein sehr harte Zeit. „Die Menschen trauen sich nicht in die Vorstellungen, weil es ihnen zu kalt erscheint“, weiß die Zirkus-Frau aus Erfahrung. Dabei hat der wintertaugliche Artistenbetrieb vier gewaltige Heizlüfter, die das Zelt vor der Vorstellung aufheizen. „Wir sind zwar abgehärtet, aber für die Vorstellungen müssen wir für unsere Nummern schon vernünftige Temperaturen haben“, versichert Dompteur Giuliano Köllner. Seine Tiere - es sind zusammen fünf Löwen und Tiger - haben einen gesunden Appetit. „Sie vertilgen pro Maul am Tag so runde zehn Kilo Rindfleisch, das sind nie weniger als 250 Euro am Tag“, rechnet Köllner vor. Die anderen Tiere, darunter viele Pferde brauchen ebenfalls Futter, wenn es hier auch meistens Heu und Hafer tun. „Trotzdem sind wir auf Futterspenden angewiesen, gerade Heu ist nicht so leicht zu bekommen“, erklärt Tamara Weisheit.


Unverdrossen stapfen sie und ihre Mitarbeiter durch den Schnee und versorgen die rund 30 Tiere. „Es ist unsere erste Sorge, dass es denen gut geht - sie sind für uns Familienmitglieder“, betont der Dompteur und streichelt seinen gewaltigen Katzen. Die sibirischen Tiger, die sich eigentlich bei diesen Temperaturen richtig wohlfühlen müssten, halten sich mehr im geschlossenen Teil des Wagens auf. Die Löwendamen dagegen scheinen dem Ahlener Winter deutlich aufgeschlossener gegenüberzustehen. Sie zeigen sich immer wieder auf der „Veranda“ ihres Wagens.

Die Zirkusleute benötigen zwar dringend Futterspenden, aber sie hoffen noch mehr auf Auftritte. „Wir spielen überall, wo man uns engagiert, Schulen, Kindergärten, Betriebsfeiern. Wenn eine Schule zu uns kommt, heizen wir natürlich vorher das Zelt schön warm auf“, betont die Zirkusmitarbeiterin. Denn Almosen wollen sie nicht, viel lieber wollen sie spielen und die Menschen mit ihren Programm bestehend aus Artistik, Clownerie, Tierdressur und natürlich der einmaligen Zirkusatmosphäre begeistern. „Hilfe ist gut, aber Applaus ist besser - wenn dann noch die Zahlen stimmen sind wir glücklich“, schmunzelt Tamara Weisheit. Vorstellungen sind Freitag und Samstag 15 und 18 Uhr, am Sonntag um 11 und 15 Uhr.



05 · 02 · 10





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