Neue Vorschläge in der Schulbus-Diskussion


Wenn es doch immer so einfach wäre: Ein Sitzplatz im Bus. Die Garantie dafür hat der Schulausschuss jetzt abgelehnt. Dafür gibt es jetzt andere Vorschläge.
Wenn es doch immer so einfach wäre: Ein Sitzplatz im Bus. Die Garantie dafür hat der Schulausschuss jetzt abgelehnt. Dafür gibt es jetzt andere Vorschläge.
(Foto: Attermeyer)


Wettringen. In der Diskussion um die Sicherheit im Schulbus-Verkehr hat der Schulausschuss am Mittwoch den Antrag auf Sitzplatzgarantie abgelehnt. Dieser war von der Elterninitiative „Mehr Sicherheit für unsere Kinder im Schulbusverkehr“ gestellt worden (die MV berichtete). Der erforderliche Aufwand von rund 40 000 Euro für einen dritten Bus sei einfach zu hoch, so die Gemeinde.

Ein Ende der Diskussion ist das jedoch nicht. Denn die Verwaltung hat im Beschlussvorschlag drei Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, die dem Ansinnen der Initiative entgegen kommen sollen. Diese Vorschläge sollen ihr jetzt angeboten werden:


Übernahme von Fahrtkosten bei Bildung eigener Fahrgemeinschaften mit dem privaten Auto;

Einsatz des Bürgerbusses, soweit ehrenamtliche Fahrer dafür zur Verfügung stehen;

dritter Busumlauf, wenn mindestens 75 Prozent der betroffenen Eltern von Buskindern den notwendigen Fahrplanänderungen zustimmen.

Der Ausschuss unter Vorsitz von Mathias Krümpel diskutierte rund 45 Minuten über die Vorschläge und das Thema überhaupt. „Wir haben den Antrag sehr ernst genommen“, betonte Bürgermeister Engelbert Rauen. Es gehe nicht darum, wer für oder gegen die Sicherheit im Schulbusverkehr sei. „Darum schlagen wir einen Kompromiss vor, der für beide Seiten vertretbar ist“, sagte Rauen weiter.

Zum ersten Vorschlag: Weil niemand zur Benutzung des Schulbusses verpflichtet ist, könnte sich die Gemeinde bereit erklären, die entstehenden Fahrtkosten entsprechend der Schülerfahrtkostenverordnung abzurechnen, wenn Fahrgemeinschaften gebildet werden. Krümpel bezeichnete diesen Vorschlag als den „einfachsten Weg“.

Zum zweiten Vorschlag: Das Fahrzeug des Bürgerbus-Vereins wird in den frühen Morgenstunden nicht eingesetzt und könnte für den Schülerverkehr eingesetzt werden. Allerdings ist hier Eigeninitiative gefragt, weil ehrenamtliche Fahrer dafür fehlen. Diese Aufgabe könne der Verein nicht übernehmen, teilte Rauen mit und bezifferte die Zahl der nötigen Fahrer dafür auf drei bis vier. Die zusätzliche Qualifikation zum Fahren des Busses sei mit wenig Aufwand verbunden.

Zum dritten Vorschlag: Schon vor einigen Jahren war der Schulbus-Verkehr so geregelt, dass ein Bus zweimal die Runde machte, Schüler einsammelte und zum Schulzentrum brachte. Der Nachteil: Wer mit dem ersten Bus fährt, muss früher einsteigen und ist auch früher - rund eine halbe Stunde vor Schulbeginn - am Schulzentrum. „Wir wollen wache Schüler“, meinte Fritz Ridder, Leiter der Hauptschule. Hanne Tropberger, Rektorin der Grundschule, schilderte aus ihrer Erfahrung, dass der zweite Bus damals „häufig zu spät“ ankam.

Die Meinungen über die beste Lösung der Problematik gingen auseinander, jeder Vorschlag fand Befürworter und Gegner. Mit dem Beschluss will die Gemeinde nun in weitere Gespräche mit der Initiative gehen, denn eine kurzfristige Lösung ist - so der allgemeine Tenor - am schwierigsten. Bis März 2009, wenn die endgültigen Zahlen der Schulanmeldungen stehen, will man mit einer dauerhaften Lösung warten.



20 · 11 · 08



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