Wenn Archäologen in ein paar Jahrhunderten einmal ausgerechnet unser Haus aus dem Münsterländer Lehmboden ausgraben, werden sie über eine wissenschaftliche Sensation jubeln. Ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir: „Komplette Lebensgeschichte einer Kleinfamilie kommt ans Tageslicht“. Tja, liebe Historiker der Zukunft: So ist das eben, wenn man nichts wegschmeißen kann.
Wir haben einen großen Keller. Der ist das Problem. Alles, was im Weg steht und im Moment oder auf Dauer nicht mehr gebraucht wird, kommt da rein - und verschwindet wie in einem schwarzen Loch, der Vergessenheit anheimgestellt. In Räumen und Regalen, Kisten und Kästchen schlummern Wegbegleiter unseres Lebens, Erinnerungsstücke und Sammelsurien, Aussortiertes und Abgelegtes.







